Ein Urteil des Düsseldorfer Sozialge­richts ist für Patienten positiv, die unter der Augenkrankheit feuchte altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) leiden. Zu deren Behandlung ist das Medikament Lucentis zugelassen, das pro Einzeldosis zirka 1 500 Euro kostet. Für eine wirksa­me Behandlung sind mehrere Injektionen nötig. Das wirkstoffgleiche Avastin von Roche kostet sehr viel weniger, ist aber nur zur Krebstherapie zugelassen. Dennoch setzen Augen­ärzte es bei der AMD ein. Das ist eigentlich nicht mehr erlaubt, seit es Lucentis gibt, wird wegen der hohen Kosten für Lucentis aber toleriert. Strittig war ein Vertrag zwischen Krankenkassen und Augenärzten, der für die Behandlung der feuchten AMD ein eng begrenztes Pauschalhonorar vorsieht, egal mit welchem Medikament sie behandeln. Nach Auffassung des Lucentis-Herstellers Novartis kommt der Vertrag einem Lucentis-Boykott gleich. Er klagte vor dem Düsseldorfer Sozialgericht, das die Klage im Juli abwies (noch nicht rechtskräftig). Das billigere Avastin darf weiterhin gegen die Netzhauterkrankung eingesetzt werden.

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