Vor einer Injektion muss immer die Einstichstelle desinfiziert werden. Eine Notärztin, die sich bei einem Hausbesuch nicht daran gehalten hatte, muss jetzt 10 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Bei einer Patientin hatte sich infolge der Injektion eine Blutvergiftung (Sepsis) entwickelt, die eine mehrwöchige stationäre Behandlung nach sich zog. Verwachsungen und Narbenbildung waren bei der Patientin bleibende Schäden. Auch bei vermeintlich unproblematischen Injektionen sind ärztliche Standards zu beachten, stellte das Oberlandesgericht Naumburg in dem Fall fest (Az. 1 U 86/08).

Auch eine Desinfektion der Hände des behandelnden Arztes und das Anlegen von Einweghandschuhen sei zum Beispiel erforderlich. Vor der Injektion sei die betroffene Hautstelle des Patienten gründlich zu desinfizieren – bei Verwendung eines Desinfektionssprays durch Besprühen, Wischen und erneutes Sprühen sowie eine nachfolgende, mindestens 30 Sekunden anhaltende Einwirkzeit. Diese Hygienestandards behielten auch bei notärztlichen Einsätzen im häuslichen Umfeld ihre Gültigkeit.

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