Ein Patient mit entsprechenden Risikofaktoren kann für einen Herzinfarkt nicht ohne weiteres ein umstrittenes Medikament verantwortlich machen, urteilte das Oberlandesgericht Koblenz (Az. 5 U 1116/08). Das Gericht wies die Klage eines 73-Jährigen ab. Er hatte einen Herzinfarkt erlitten und dafür ein Medikament verantwortlich gemacht, das wegen Nebenwirkungen später vom Markt genommen wurde. Dies spreche für einen ursächlichen Zusammenhang. Es sei Sache des Herstellers, diese Vermutung zu widerlegen. Das Oberlandesgericht sah die Sache anders. Angesichts der Risikofaktoren, die beim Kläger vorgelegen hätten, könne er sich nicht auf Beweiserleichterungen berufen. Es sei seine Sache, den entsprechenden Nachweis zu führen, was ihm nicht gelungen sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es liegt jetzt dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe vor (BGH, Az. VI ZR 64/09).

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