Urlaubskasse Meldung

Auf diesen Fall müssen Urlauber vorbereitet sein. Der Aufwand ist nicht groß.

Wenn im Ausland die Brieftasche gestohlen wird, ist es meist teuer, wieder an Bargeld zu kommen.

Zack, da war die Tasche weg. Jetzt nur keine Panik! Einen kühlen Kopf ­bewahren und überlegen, welche wichtigen Dinge in der gestohlenen Tasche waren. Kredit- und ec-Karte müssen so schnell wie möglich beim heimischen Kreditinstitut gesperrt werden. Außerdem muss der Bestohlene eine Anzeige bei der örtlichen Polizei machen. Wer Sprachprobleme hat, sollte sich Hilfe durch Freunde, Mitreisende, Hotelangestellte oder Vertreter deutscher Reiseveranstalter suchen. Spätestens dann stellt sich die Frage: Wie komme ich an Bargeld?

Geld in wenigen Minuten

Nicht jeder kann seinen Urlaubspartner bis zur Heimreise anpumpen. Deshalb gibt es den von einem Konto unabhängigen Minutenservice der Postbank und das „Bargeld in Minuten“ über die Reisebank. Beide Kreditinstitute arbeiten mit dem amerikanischen Finanzdienstleister Western Union zusammen. So ist es möglich, aus Deutschland in mehr als 190 Länder Bargeld zu schicken. Dort können Betroffene bei etwa 100 000 Agenturen, zum Beispiel bei Banken, Tabak- und Zeitungsläden, Tankstellen oder Hotels, das Geld in Landeswährung empfangen.

Minutenschnell verschickt auch MoneyGram Geld in 160 Länder. Die Partner sind neben Thomas Cook und American Express verschiedene Wechselstuben und Sparkassen. Zusammen sind das etwa 50 000 Agenturen, die das Notgeld auch außerhalb der banküblichen Öffnungszeiten auszahlen.

Das Verschicken ist ganz einfach: Der Urlauber verständigt einen Angehörigen in Deutschland über sein Missgeschick und nennt ihm möglichst genau seinen Aufenthaltsort. Der muss dann bei einer Filiale der Partnerunternehmen, beispielsweise einer Post- oder Reisebank-Filiale oder einem Ameri­can­­-Express-Reisebüro die Summe bar einzahlen. Er füllt dazu ein Formular aus und erhält eine Auftragsnummer. Diese übermittelt er zusammen mit dem Vor- und Zunamen des Auftrag­gebers – meist seinem eigenen – dem Urlauber und sagt ihm, wo er das Geld schon einige Minuten später abholen kann.

Dabei muss der Bestohlene sich ausweisen. Sind mit dem Raub auch die Personalpapiere abhanden gekommen, sollten die beiden vorher ein Passwort oder eine „Losung“ vereinbaren, mit der sich der Urlauber eindeutig identifizieren kann.

Der schnelle Service hat seinen Preis. Die Postbank verlangt innerhalb der Euro-Länder 4 Prozent vom Transfer­betrag, aber mindestens 20 Euro. Also sollten mindestens 500 Euro verschickt werden. Für andere Länder sind 5 Prozent vom Transferbetrag, mindestens aber 26 Euro fällig. Die Reisebank hat eine Kostenstaffel. Wer zum Beispiel zwischen 361 und 540 Euro verschickt, muss 30 Euro bezahlen, von 541 bis 720 Euro kostet es 33,50 Euro. MoneyGram ist ein bisschen günstiger: Wer zwischen 500 und 600 Euro verschickt, muss dafür 29 Euro bezahlen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 528 Nutzer finden das hilfreich.