Arbeitnehmer, die Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten, müssen gegen die Erhebung von Sozialbeiträgen auf diese einmaligen Zahlungen keinen Widerspruch einlegen. Diese Ansicht vertritt Wolfgang Scholl, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Bild-Zeitung hatte im November vergangenen Jahres ihre Leser aufgefordert, bei ihren Kassen Widerspruch einzulegen, um sich so Ansprüche auf Beitragsrückerstattungen zu sichern. Ob die Abzüge für die Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung überhaupt rechtens sind, ist nämlich noch ungeklärt.

Das Bundesverfassungsgericht wird voraussichtlich noch in diesem Jahr hierüber entscheiden. Kritikpunkt an den bestehenden Regelungen ist, dass den erhobenen Beiträgen zum Beispiel beim Krankengeld praktisch keine zusätzlichen Leistungen gegenüberstehen. Die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Krankenkassen hat sich inzwischen in einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt und erklärt, dass sie die umstrittenen Beiträge rückwirkend bis zum 1. Januar 1997 automatisch erstattet, wenn die Richter entscheiden, dass die Beiträge auf Einmalzahlungen nichtig sind.

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