Urheberrecht und Karneval Meldung

Pippi Lang­strumpf. Kostüme mit roten Zöpfen verletzen nicht das Urheberrecht.

Karnevalisten haben Narrenfreiheit. So hat auch der Bundes­gerichts­hof entschieden (BGH, Az. I ZR 149/14). Auf zwei Wegen verklagten die Erben von Astrid Lind­gren den Discounter Penny – beide Male erfolg­los. Penny hatte ein Karnevals­kostüm im Angebot, das nach Meinung der Lind­gren-Erben der Figur Pippi Lang­strumpf zu sehr ähnelte. Im Verkaufs­prospekt abge­bildet waren ein Mädchen und eine junge Frau mit roten Zöpfen und Ringel­strümpfen. Zudem nannte Penny das Kostüm „Püppi“. Die Lind­gren-Erben forderten 50 000 Euro vom Discounter. Erst versuchten sie, Penny eine Urheber­rechts­verletzung nach­zuweisen und scheiterten damit. Im zweiten Anlauf ging es ums Wett­bewerbs­recht. Ähneln die abge­bildete Frau und das Mädchen im Verkaufs­prospekt zu sehr der Original-Pippi? Nein, entschied der BGH. Es bestünden so geringe Über­einstimmungen, dass keine Nach­ahmung vorliege.

Dieser Artikel ist hilfreich. 4 Nutzer finden das hilfreich.