Wer im Netz verbotener­weise Musik, Filme oder Spiele herunter­lädt, riskiert eine Abmahnung. Anwälte bitten allerdings auch jene zur Kasse, die im Netz fremde Bilder oder Ausschnitte aus Stadt­plänen verwenden. test.de erklärt, was im Internet verboten ist und wie sich Betroffene gegen eine Abmahnung wehren.

Abmahnungen sind keine Abofallen

Eine Abmahnung – viele Betroffene wissen zuerst gar nicht, was das ist. Einige denken, dass sie im Internet in eine Abofalle getappt sind: Ein falscher Klick und jetzt müssen sie dafür zahlen. Weit gefehlt. Rechts­anwälte verschi­cken Abmahnungen, wenn jemand durch das Verhalten eines anderen in seinem Urheberrecht verletzt und geschädigt wurde. Dem Inhaber des Rechts entsteht zum Beispiel ein Schaden, wenn die Leute seinen Film nicht im Kino ansehen, sondern ihn kostenlos im Internet herunter­laden. Eine Abmahnung soll die zivilrecht­lichen Ansprüche des Rechte­in­habers durch­setzen: den Anspruch auf Schaden­ersatz und den Anspruch auf Unterlassung. Mit der Durch­setzung der Ansprüche beauftragen Rechte­in­haber Anwälte.

Vorsicht bei der Nutzung von Tauschbörsen

Die Anwälte verschi­cken Abmahnungen und erklären, dass sich der Internetnutzer rechts­widrig verhalten hat. Verboten ist es zum Beispiel, in Internet-Tauschbörsen urheberrecht­lich geschützte Filme, Musik oder Computer­spiele an andere weiterzugeben. Man spricht auch davon, dass die Dateien „geteilt“ werden, auf Eng­lisch „Filesharing“. Die Nutzer tauschen die Dateien meist über so genannte Peer-to-Peer-Netz­werke. Was viele nicht wissen: Wenn der Internetnutzer eine Datei herunter­lädt, wird sie gleich­zeitig hoch­geladen und steht in dem Moment anderen Nutzern zur Verfügung. Er macht die Datei also anderen öffent­lich zugäng­lich – eine Hand­lung, die nur der Rechte­in­haber vornehmen darf.

Wo eine Abmahnung droht

Rechts­anwälte mahnen aber nicht nur wegen Filesharing ab. Verboten ist es beispiels­weise auch, Fotos zu verwenden, die andere aufgenommen haben. Das kann bis zu 1 000 Euro kosten. Ebenfalls nicht erlaubt ist es, urheberrecht­lich geschützte Stadt­plan­ausschnitte auf die eigene Home­page zu stellen – es sei denn, man hat einen Lizenz­vertrag abge­schlossen, der einem die Nutzungs­rechte einräumt.

Posten bei Facebook – ist das erlaubt?

Für viel Aufregung hat eine Abmahnung gesorgt, bei der es um eine Gummi­ente auf einer Facebook-Seite ging: Rechts­anwälte hatten ein Unternehmen abge­mahnt, weil ein Dritter auf die Facebook-Seite des Unter­nehmens ein Bild der Spielzeugente gepostet hatte, für das er keine Rechte besaß Abmahnung wegen Foto auf Pinnwand. Eine solche Abmahnung kann auch einen privaten Facebook-Nutzer treffen, insbesondere wenn er seine Pinn­wand so einge­stellt hat, dass jeder den Inhalt einsehen kann. Denn damit macht er den Inhalt unter Umständen anderen öffent­lich zugäng­lich. Dieses Recht steht aber nur dem Rechte­in­haber zu.

Abmahnung in der Post – was tun?

Der vollständige Artikel aus Test erklärt:

  • die wichtigsten Begriffe rund ums Urheberrecht,
  • was im Internet verboten ist
  • und wie man sich am besten gegen eine Abmahnung wehrt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 492 Nutzer finden das hilfreich.