Die Gemeinden müssen dafür sorgen, dass die Abwassersysteme nicht überlaufen und keine Schäden entstehen. Fällt aber außergewöhnlich starker Regen, können Geschädigte von der Gemeinde keinen Schadenersatz fordern. Das hat der Bundesgerichtshof nach einem Unwetter im Mai 2001 entschieden.

Damals hatte es so stark geregnet, dass die Kanalisation überlief und das Wasser Häuser beschädigte. Ein Hauseigentümer klagte. Er meinte, die Gemeinde habe die Kanalisation zu klein gebaut. Doch vor dem Bundesgerichtshof (BGH) scheiterte er (Az. III ZR 108/03). Der BGH stellte fest, dass es sich um einen Jahrhundertregen gehandelt hatte, auf den sich Gemeinden nicht einstellen müssen. Ein derart starker Regen sei höhere Gewalt.

Ein anderes Urteil zeigt, dass sich die Klage nach einer Überschwemmung aber auch lohnen kann. So war ein Bürger in einem Fall erfolgreich, in dem ein Rückhaltebecken übergelaufen war. Da das Unwetter in diesem Fall kein Jahrhundertereignis war, musste die Gemeinde zahlen (Az. III ZR 274/03).

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