Elementarschäden versichern

Die heftigen Regenschauer im Sommer zeigten: Zusätzlich zur Wohn­gebäude- und Hausrat­versicherung ist eine Elementarschaden­police sinn­voll. Sie über­nimmt Elementarschäden durch Hoch­wasser, Erdbeben, Erdrutsch, Schnee­druck und Lawinen.

Was zahlt die Gebäude­versicherung?

Über­schwemmungs­schäden am Haus müssen die Eigentümer in der Regel selbst bezahlen. Die Wohngebäudeversicherung über­nimmt beim klassischen Dreifach­schutz nur Schäden durch Feuer (Brand, Blitz­schlag, Explosion), für Sturm und Hagel sowie für Leitungs­wasser (Rohr­bruch, Frost, Nässeschäden). Versicherte bekommen Über­schwemmungs­schäden etwa durch Stark­regen nur ersetzt, wenn sie zusätzlich eine Elementarschaden­police abge­schlossen haben.

Wann werden Über­schwemmungs­schäden ersetzt?

  • Elementarschaden­versicherung. Sie haben zusätzlich eine so genannte Elementarschaden­versicherung abge­schlossen. Die Elementarschaden­versicherung kann nur zusätzlich zu einer Wohn­gebäude­versicherung abge­schlossen werden und ist nur im Paket mit einem Schutz gegen Erdbeben, Erdsenkung oder Erdrutsch sowie Schnee­druck, Lawinen und eben Hoch­wasser zu haben. Versicherte müssen meist eine Selbst­beteiligung tragen. Der Schutz gegen Elementarschäden kostet für ein durch­schnitt­liches Einfamilien­haus je nach Lage und Versicherungs­gesell­schaft zwischen 60 und über 500 Euro im Jahr. Aber auch die Elementarschaden­versicherung trägt nicht jeden Schaden: Bei Über­schwemmungen bleiben Schäden durch Sturm­flut und solche durch einen Rück­stau in der Kanalisation außen vor, wenn keine Rück­stausicherung vorhanden ist. Ist eine funk­tionelle Rück­stausicherung einge­baut, leisten die meisten Versicherer auch bei Rück­stau. Wichtigster Haken der Elementarschaden­versicherung: Steht das Haus in einer Region, die regel­mäßig von Über­schwemmungen betroffen ist, ist eine entsprechende Police kaum zu bekommen. Hat es in den letzten 5 Jahren nur ein oder zwei Schäden gegeben, führen die Versicherer meist Einzel­fall­prüfungen durch. Gegen einen Prämien­aufschlag oder eine erhöhte Selbst­beteiligung ist der Schutz dann unter Umständen trotz der Vorschäden erhältlich.
  • Alte DDR-Policen. Sie wohnen in Ostdeutsch­land und haben für die Wohn­gebäude­versicherung noch eine alte DDR-Police? Darin sind Über­schwemmungs­schäden auto­matisch enthalten. Heute führt die Allianz diese Policen weiter. Der Konzern hatte nach der Wende das Staats­versicherungs­unternehmen der DDR über­nommen.

Wann ist Hausrat versichert?

Auch die Hausratversicherung zahlt für Schäden durch Über­schwemmungen normaler­weise nicht. Versichert ist Hausrat nur gegen Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungs­wasser und Einbruch­diebstahl. Nur in der so genannten erweiterten Haus­halts­versicherung der ehemaligen DDR sind Schäden durch Über­schwemmungen auto­matisch im Versicherungs­schutz enthalten. Ansonsten müssen – analog zur Wohn­gebäude­versicherung – zusätzlich zur Hausrat­versicherung Elementarschäden einge­schlossen werden.

Wann sind Autos und Motorräder versichert?

Über­schwemmungs­schäden an Autos und Motorrädern begleicht die Teilkasko. Ausnahme: Der Besitzer war recht­zeitig gewarnt und hat es schuldhaft versäumt, sein Fahr­zeug in Sicherheit zu bringen. Wenn wegen der Über­schwemmung ein Unfall geschieht, gelten die allgemeinen Regeln: Den Schaden hat zu tragen, wer den Unfall verschuldet hat. Für fremde Schäden zahlt die eigene Haft­pflicht­versicherung. Ersatz von Schäden am eigenen Wagen gibt es nur für Inhaber von Voll­kasko-Versicherungen.

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