Sturm, Stark­regen und Gewitter: Diese Versicherungen zahlen für Unwetter-Schäden

Sturm, Stark­regen und Gewitter - Diese Versicherungen zahlen für Unwetter-Schäden

Ein Unwetter kann schnell teurer werden. Die richtige Versicherung bezahlt den Schaden.

Aktuell ziehen heftige Unwetter über Deutsch­land. Fast alle Regionen kann es treffen. Wir erklären, welche Versicherungen einspringen, wenn ein Schaden entsteht.

So gehen Sie im Schadens­fall vor

  • Schadens­meldung. Informieren Sie unver­züglich jede Versicherung, die möglicher­weise betroffen ist. Dazu sind Sie nach den Vertrags­bedingungen verpflichtet. Wenn Sie mit der Schadens­meldung zu spät kommen, könnten Sie leer ausgehen. Eine genaue Auflistung aller Schäden ist allerdings später noch möglich.
  • Folgeschäden. Beugen Sie vor. Decken Sie kaputte oder undichte Dach­fenster direkt nach dem Unwetter mit einer Plane gegen Regen ab. Ansonsten muss die Versicherung möglicher­weise weitere Schäden nicht bezahlen.
  • Schäden. Sie sind verpflichtet, den Schaden so klein wie möglich zu halten. Das heißt, Sie müssen alles unternehmen, was möglich und zumut­bar ist, um Hausrat und Gebäude vor Schäden zu bewahren.
  • Beweise. Lassen Sie die Schadens­stelle bis zur Besichtigung durch den Versicherer möglichst unver­ändert. Ist dies nicht möglich, fotografieren Sie den Schaden. Bewahren Sie die beschädigten Sachen möglichst solange auf, bis die Versicherung sie begut­achten konnte oder ausdrück­lich darauf verzichtet.
  • Rück­frage. Nehmen Sie Kontakt mit der Versicherung auf, bevor Sie Reparatur­aufträge vergeben oder Gegen­stände neu kaufen. Bei Schäden an Autos sollten Sie zum Beispiel die Höhe der Versicherungs­leistung erfragen. Mehr als der Wagen wert ist, zahlt die Versicherung nicht.
  • Leistung. Die Versicherung zahlt nicht sofort. Sie darf ihre Leistungs­pflicht und die Höhe des Schadens einge­hend prüfen. Einen Monat nach der Schadens­meldung haben Sie jedoch Anspruch auf eine Abschlagzahlung in Höhe des Betrages, der zu diesem Zeit­punkt bereits unstrittig fest­steht.
  • Versicherungs­schutz. Nehmen Sie den letzten Sturm zum Anlass, Ihren eigenen Versicherungs­schutz zu über­prüfen. Die Zahl und Intensität der Stürme über Deutsch­land häuft sich in den letzten Jahren.
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Diese Versicherungen helfen im Schadens­fall

Wohn­gebäude­versicherung – für Schäden am Haus

Die Wohngebäudeversicherung ist für Schäden am Haus zuständig. Geld von der Versicherung gibt es aber erst, wenn ein Sturm mindestens Wind­stärke acht erreicht. Voraus­setzung ist, dass der Kunde Schäden durch Sturm und Hagel in die Police aufgenommen hat. Ob es wirk­lich Stärke acht war, muss der Kunde nicht selber messen. Es reicht, wenn eine Wetter­station solche Sturm­stärken in der betreffenden Gegend gemessen hat, urteilte das Ober­landes­gericht Karls­ruhe (Az. 12 U 251/04).

Die Versicherer ersetzen beispiels­weise die Kosten für abge­deckte Dächer, abge­knickte Schorn­steine oder Schäden am Haus durch umge­stürzte Bäume. Neben­gebäude wie Garten­haus oder Garage auf dem gleichen Grund­stück sind ebenfalls versichert, wenn sie in der Police vermerkt sind.

Elementarschaden-Zusatz­versicherung – wo sie wichtig ist

Diese Police wird immer wichtiger. Denn Wetter­experten gehen davon aus, dass schwere Unwetter zunehmen. Der Schutz gilt vor allem bei Schäden durch Über­schwemmungen, Erdrutsch, Lawinen, Erdbeben. Vor allem Stark­regen können über­all nieder­gehen. Weil sie lokal eng begrenzt bleiben, oft auf einen Stadt­teil oder nur einige Straßenzüge, während es ein paar Ecken weiter deutlich weniger regnet, sind sie kaum vorher­sagbar.

Deshalb ist der Elementarschaden­schutz auch in Gegenden wichtig, die fernab von einem Fluss oder von Bergen liegen, die also nicht direkt durch Hoch­wasser oder Lawinen bedroht sind (siehe Elementarschäden versichern). Die Police wird als Ergän­zung zur Gebäude­versicherung und zur Hausratversicherung angeboten.

Leider bekommen Haus­besitzer, die in den vergangenen Jahren fünf oder zehn Jahren einen solchen Schaden hatten, oft keinen Vertrag. Unser Vergleich Gebäudeversicherungen zeigt empfehlens­werte Tarife, mit denen sich Haus­eigentümer schützen können. Für viele Versicherte lohnt sich ein Wechsel, denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Tarifen sind enorm.

Wichtig: Wenn etwas passiert ist, muss der Haus­besitzer sich kümmern. Ihn trifft die sogenannte Schaden­minderungs­pflicht. In der Praxis heißt das zum Beispiel, dass er ein vom Sturm einge­drücktes Fenster oder ein durch herunter­gewehte Ziegel entstandenes Loch im Dach – soweit gefahr­los möglich – mit einer Plane abdecken muss, damit nicht noch mehr Regen­wasser eindringt.

Schäden durch Schnee

Auch wenn Lawinen das Haus bedrohen oder ein Dach unter der hohen Schnee­last einbricht, sind das Fälle für die Elementarschaden­versicherung. Die normale Gebäude­versicherung reicht nicht. Bei Schnee­druck auf Dächern müssen Haus­eigentümer aber aufpassen. Sobald sich gefähr­lich viel Schnee auf dem Dach sammelt, sodass das Risiko offensicht­lich wird, müssen sie das Dach freiräumen.

Darüber hinaus müssen Haus­besitzer dafür sorgen, dass der Schnee nicht als Lawine vom Dach gleitet und dabei Schäden anrichtet. Treffen Dachlawinen oder Eiszapfen Autos oder Personen, haftet der Haus­besitzer. Er muss Schaden­ersatz und Schmerzens­geld zahlen. Das kann teuer werden. Deshalb sollte jedermann unbe­dingt eine Privathaft­pflicht­versicherung haben. Sie zahlt sogar, wenn man den Schaden grob fahr­lässig verursacht hat.

Sofort­hilfen der Bundes­länder

Unter besonderen Bedingungen bieten einzelne Bundes­länder nach Unwetter­katastrophen finanzielle Unterstüt­zung für Geschädigte an, die existenziell getroffen sind. Geschädigte Haus­besitzer erhalten aber nur dann Geld, wenn sie nach­weisen, dass sie sich erfolg­los um einen Elementar­schaden­schutz bemüht haben oder ihnen dieser nur zu wirt­schaftlich unzu­mutbaren Bedingungen angeboten worden ist.

Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer zuständigen Landes­behörde, wenn Sie meinen, dass Sie die Förderbedingungen erfüllen könnten. Der staatliche, von Bund und Ländern finanzierte Flut­hilfefonds springt nur bei nationalen Katastrophen ein, beispiels­weise im Jahr 2013: Damals waren elf Bundes­länder von Über­schwemmungen betroffen.

Häuser in der Bauphase – Bauleistungs­versicherung

Rohbauten sind besonders sturmgefährdet. Das betrifft nicht nur halb­fertige Mauern, Gerüste oder Dach­sparren. Auch das Material auf der Baustelle kann von einem Sturm umher­geschleudert werden. Die Bauleistungs­versicherung über­nimmt die Kosten für Schäden, die der Sturm am Rohbau und auf der Baustelle anrichtet. Dazu zählen zerstörte Bauteile oder -stoffe sowie auch alle notwendigen Hand­werk­erleistungen, um den Zustand vor dem Sturm wieder­herzu­stellen.

Befreiung vom Rund­funk­beitrag

Abmelden. Wenn eine Wohnung nach einem Brand oder Unwetter temporär nicht mehr genutzt werden kann, können sich die Bewohner zeit­weise vom Rund­funk­beitrag befreien lassen. Ist eine Wohnung dauer­haft zerstört, endet die Beitrags­pflicht und die Wohnung kann dauer­haft abge­meldet werden. Für die Abmeldung müssen Geschädigte in beiden Fällen das Online-Formular des Beitrags­service ausfüllen und unter „sons­tige Gründe“ kurz den Sach­verhalt schildern.

Flut-Katastrohe. Für die Opfer der Flut-Katastrophe im Juli 2021 gibt es eine unbürokratische Lösung: Sie müssen lediglich telefo­nisch Bescheid geben, dass sie ihre Wohnung temporär nicht nutzen können.

Übrigens: Welche vertraglichen Regeln für Strom und Gas gelten, sollten Sie am besten mit den Anbietern besprechen.

Haus­eigentümer mit DDR-Police

Viele Haus­eigentümer in Ostdeutsch­land haben als Wohn­gebäude­versicherung noch eine alte DDR-Police. Damit sind sie gut versichert, denn darin sind auch Über­schwemmungs­schäden enthalten. Heute führt die Allianz diese Policen weiter. Der Konzern hatte nach der Wende das Staats­versicherungs­unternehmen der DDR über­nommen.

Bäume sind nicht immer versichert

Umfallen allein ist kein Schaden. Fürs Entsorgen eines umge­stürzten Baums zahlen Gebäude­versicherer nicht. Fällt der Baum zum Beispiel aufs eigene Grund­stück und richtet weiter keinen Schaden an, muss der Besitzer selber das Zersägen und Entsorgen bezahlen. Ein Baum gilt nicht als „versicherte Sache“. Wer auch dies versichern möchte, muss eine Zusatz­klausel vereinbaren. Oft trägt sie das Kürzel 7363. Oder sie wird als Zusatz­baustein angeboten, beispiels­weise „WG Plus“ bei der Huk. Dann sind die Kosten für das Entfernen und die Entsorgung von umge­stürzten Bäumen versichert, wenn eine natürliche Regeneration nicht zu erwarten ist. Das gilt bei Blitz­schlag und Sturm ab Wind­stärke acht.

Haft­pflicht oder Gebäude­versicherung? Weht ein Sturm einen Baum aufs Haus des Nach­barn, kommt es darauf an: Waren bereits Anzeichen für Krankheit oder fehlende Stand­festig­keit sicht­bar, muss der Baum­besitzer zahlen – oder seine Privathaft­pflicht­versicherung, wenn er eine hat. War keine Vorschädigung des Baumes sicht­bar, trifft den Besitzer keine Schuld. Dann ist für den Schaden am Haus die Gebäude­versicherung des Nach­barn zuständig.

Bäume regel­mäßig kontrollieren

Stehen Bäume im Garten, sollte der Eigentümer sie regel­mäßig kontrollieren. Eine Sicht­kontrolle zweimal im Jahr reicht: einmal in belaubtem und einmal in nicht belaubtem Zustand (Bundes­gerichts­hof, Az. III ZR 225/2003). Doch sobald etwas verdächtig erscheint, zum Beispiel abge­storbenes Laub, dürre Äste, Beschädigungen oder auffallende Schief­stel­lungen, oder wenn der Stamm erkenn­bar durch Sturm oder Blitz­schlag geschädigt ist oder Pilzbefall zeigt, muss er einge­hend untersucht werden (OLG Hamm, Az. 9 U 144/2002).

Ist die Standsicherheit wegen des hohen Alters nicht mehr gegeben, muss der Besitzer den Baum fällen (BGH, Az. V ZR 319/02). Wer solche Schutz­maßnahmen unterlässt, verstößt gegen die Verkehrs­sicherungs­pflicht. Unter Umständen haftet er sogar dann, wenn dem Baum gar nicht anzu­sehen war, dass er marode war. Ein gesunder Baum wird bei Wind­stärke 7 bis 8 normaler­weise nicht entwurzelt, wenn er nicht ohnehin schadhaft war (OLG Düssel­dorf, Az. 4 U 73/01).

Hausrat­versicherung: Schäden an der Wohnungs­einrichtung

Hat ein Unwetter auch im Haus gewütet, zum Beispiel weil ein Sturm das Dach abge­deckt hat, ersetzt die Hausrat­versicherung Schäden an der Einrichtung. Allerdings: Wenn der Kunde einfach nur vergessen hat, die Fenster zu schließen und ein Regenguss Teppiche und Möbel beschädigt hat, gibt es kein Geld. Wohl aber, wenn ein Blitz ins Haus einschlägt und elektrische Geräte lahmlegt. Bei Kurz­schluss- oder Über­spannungs­schäden durch Blitz­einschlag in eine Über­land­leitung ist die Sache allerdings nicht so klar: Über­spannungs­schäden sind nicht in jedem Vertrag versichert, können aber einge­schlossen werden.

Nicht versichert sind hingegen Gartenmöbel, Blumen­kübel oder Skulpturen, die auf einer offenen Terrasse stehen (Amts­gericht München, Az. 251 C 19971/06). Lediglich Markisen und Antennen, die zur Wohnung des Versicherungs­nehmers gehören, sind mit versichert.

Tipp: Welche Versicherer wofür leisten, zeigt unser individueller Vergleich Hausratversicherung.

Kasko-Versicherung: Schäden an Fahr­zeugen

Schäden an Fahr­zeugen. Sturm­schäden an Autos und Motorrädern begleicht die Teilkasko – wobei mindestens Wind­stärke acht die Voraus­setzung ist. Besser haben es Auto­fahrer mit einer Voll­kasko­versicherung: Hier sind auch wind­bedingte Schäden unter Wind­stärke 8 mitversichert. Der Versicherer ersetzt bei Teil- wie Voll­kasko auch Schäden durch herum­fliegende Gegen­stände wie Ziegel oder Äste. Wer allerdings wegen des Sturms einen Unfall verursacht, braucht schon eine Kfz-Voll­kasko, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Bei Voll- und Teilkasko­versicherung müssen Betroffene Schäden bis zu der gewählten Höhe ihrer Selbst­beteiligung selbst tragen. Ein Rück­stufung nach einem Schaden gibt es in der Teilkasko nicht, wohl aber in der Voll­kasko. Güns­tige Tarife finden Sie in unserem aktuellen Kfz-Versicherungsvergleich.

Haftender Grund­stücks­eigentümer. Wenn Dachziegel, Äste oder Bäume von einem Grund­stück aufs Auto fallen, kann sich der Auto­besitzer aber zunächst an den Grund­stücks­eigentümer wenden. Dieser muss aber nur Schaden­ersatz zahlen, wenn ihn auch eine Schuld trifft. Das heißt, er muss seine „Verkehrs­sicherungs­pflicht“ verletzt haben. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Baum ganz offensicht­lich morsch oder ein Dach­stuhl ohnehin marode war. Ähnlich sieht es aus, wenn ein Verkehrs­schild aufs Auto stürzt. Wenn es sauber verankert und in Ordnung war, muss die Stadt keinen Schaden­ersatz leisten, denn auf extreme Wetterlagen müssen Schilder nicht ausgelegt sein (OLG Koblenz, Az. 12 U 11/03).

Fälle für die Haft­pflicht­versicherung

Teuer kann ein Sturm nicht nur für Immobilien­eigentümer oder Auto­besitzer werden. Auch Mieter riskieren Kopf und Kragen, wenn sie keine Haft­pflicht­versicherung haben. Schon ein vom Balkon gewehter Blumentopf kann einen Fußgänger treffen. Wenn der dann lebens­lange Schäden erleidet, kann das zum finanziellen Ruin führen. Denn dem Geschädigten steht Schaden­ersatz zu.

Die Haft­pflicht­versicherung greift auch, wenn Dachziegel zum Beispiel auf ein geparktes Auto fallen und der Besitzer Schaden­ersatz verlangt. Zumindest einem „normalen“ Sturm muss ein ordentlich gewartetes Dach standhalten (Land­gericht Koblenz, Az. 13 S 16/06).

Tipp: Dass sehr guter Schutz nicht teuer sein muss, zeigt unsere Analyse Haftpflichtversicherung.

Schäden müssen Versicherung gemeldet werden

Generell gilt: Schäden sind der Versicherung unver­züglich zu melden. Das heißt: ohne schuldhafte Verzögerung, am besten schon am nächsten Tag. Betroffene sollten bei ihrem Versicherer anrufen oder eine E-Mail schi­cken. Beim ersten Anruf müssen sie meist noch keine genauen Angaben zu den Schäden machen.

Bahn­kunden haben Anspruch auf Entschädigung

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Wenn der Zug nicht kommt, gibts in der Regel Geld zurück.

Eisenbahn­unternehmen müssen ihren Kunden bei Verspätungen auch dann Fahr­preise teil­weise erstatten, wenn das Problem auf höhere Gewalt zurück­geht, wie Unwetter oder Erdrutsche. Reisende haben je nach Verspätung Anspruch auf eine anteilige Erstattung des Fahr­preises von bis zu 50 Prozent. Das hat der Europäische Gerichts­hof entschieden (Az. C-509/11). Klauseln in den Beför­derungs­bedingungen, die Entschädigungen bei höherer Gewalt ausschließen, sind demnach ungültig. Das Urteil betrifft alle Bahn­unternehmen in Europa.

Tipp: Einen Über­blick über die aktuell gesperrten Bahn­stre­cken finden Sie auf der Website der Deutschen Bahn. Bei einer wahr­scheinlichen Verspätung von mindestens 20 Minuten am Ziel­ort können Fahr­gäste

  • bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen,
  • die Fahrt zu einem späteren Zeit­punkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunfts­verspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann,
  • andere, nicht reser­vierungs­pflichtige Züge nutzen. Sie müssen eine eventuell erforderliche Fahr­karte (oder einen entsprechenden Aufpreis) zunächst bezahlen und können die Kosten anschließend geltend machen. Erheblich ermäßigte Fahr­karten (z.B. Schönes-Wochen­ende-Ticket, Quer-durchs-Land-Ticket, Länder-Tickets) sind von dieser Regelung ausgenommen.
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So versichern Sie sich gegen Naturgefahren

Was zahlt die Gebäude­versicherung?

Über­schwemmungs­schäden am Haus müssen die Eigentümer in der Regel selbst bezahlen. Die Wohngebäudeversicherung über­nimmt beim klassischen Dreifach­schutz nur Schäden durch Feuer (Brand, Blitz­schlag, Explosion), für Sturm und Hagel sowie für Leitungs­wasser (Rohr­bruch, Frost, Nässeschäden). Versicherte bekommen Über­schwemmungs­schäden etwa durch Stark­regen nur ersetzt, wenn sie zusätzlich eine Elementarschaden­police abge­schlossen haben.

Was zahlt die Elementarschaden­versicherung?

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Eine Elementarschaden­versicherung gibt es in Kombination mit einer Gebäude­versicherung. Der Elementar­schutz umfasst in der Regel die finanzielle Absicherung gegen folgende Naturgefahren: Über­schwemmung, Rück­stau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch sowie Schnee­druck, Lawinen und Vulkan­ausbruch. Manche Naturgefahren sind kaum versicher­bar. Für Schäden nach einer Sturm­flut bietet beispiels­weise kaum ein Elementarschaden­versicherer Schutz an. Auch Schäden durch Grund­wasser sind üblicher­weise nur versichert,wenn Grund­wasser an die Erdoberfläche austritt und eine Über­schwemmung verursacht. Sind die Kellerwände infolge eines Grund­wasser­anstiegs feucht, springt der Versicherer in der Regel nicht ein. Außerdem ist in den meisten Bedingungen eine Über­schwemmung definiert als „Über­flutung von Grund und Boden“. Das heißt: Flachdächer, Balkone und Terrassen gehören nicht zu den versicherten Gebäude­teilen.

Versicherung ist meist nicht günstig

Für Haus­eigentümer ist der Abschluss einer Elementarschaden­police nicht immer einfach und nicht immer günstig. Es gibt enorme Preis­unterschiede von teil­weise mehreren hundert Euro im Jahr für dieselbe Immobilie, das zeigte der jüngste Test Wohngebäudeversicherung. Die Versicherer haben ein Zonierungs­system für Über­schwemmung, Rück­stau und Stark­regen „ZÜRS Geo“ (Zonierungs­system für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) entwickelt. Mit dem System können auch Umwelt­risiken einge­schätzt werden. Zürs Geo hilft bei der Beant­wortung der Frage, welches Gebäude in welchem Ausmaß hoch­wasser­gefährdet ist. Je nach Gefähr­dungs­klasse (GK) wird der Beitrag für die Elementarschaden­versicherung kalkuliert. Rund 21 Millionen Adressen sind in das System einge­speist. Jede Adresse ist einer der vier Gefähr­dungs­klassen zuge­ordnet. Nach Zürs Geo 2020 tritt statistisch Hoch­wasser auf:

  • Gefähr­dungs­klasse 1: nach gegen­wärtiger Daten­lage nicht von Hoch­wasser größerer Gewässer betroffen.
  • Gefähr­dungs­klasse 2: Hoch­wasser seltener als einmal in 100 Jahren, insbesondere Flächen, die bei einem so genannten „extremen Hoch­wasser“ ebenfalls über­flutet sein können.
  • Gefähr­dungs­klasse 3: Hoch­wasser einmal in 10 bis 100 Jahren.
  • Gefähr­dungs­klasse 4: Hoch­wasser mindestens einmal in 10 Jahren.

Dabei gilt: Je höher die Gefähr­dungs­klasse, desto teurer der Versicherungs­schutz. Doch die Daten­lage zeigt: Rund 92 Prozent der Häuser liegen in der Gefähr­dungs­klasse 1, darunter auch groß­flächige Gebiete in Berlin, Leipzig, München oder Stutt­gart — sie können relativ einfach gegen Extremwetter versichert werden. Problematischer ist der Schutz für gut 1,5 Prozent der Immobilien in Gefähr­dungs­klasse 3 oder 4, wie Häuser in der Altstadt in Passau an der Donau oder in Köln am Rhein.

Vorschäden können Abschluss der Versicherung erschweren

Eine Hürde für den Versicherungs­abschluss kann ein Vorschaden sein, etwa ein voll­gelaufener Keller in den vergangenen Jahren. Manche Versicherer ­akzeptieren einen Vorschaden in den vergangenen fünf, andere in zehn Jahren. Etliche bieten dann eine Einzel­fall­prüfung an. Hilf­reich ist, wenn Interes­sierte nach­weisen, dass sie nach einem Schaden das Haus besser geschützt haben. Beispiels­weise, weil sie die Abdeckung des Kellerschachts verbessert, Fens­terdichtungen ausgetauscht oder eine Rück­stausicherung einge­baut haben. Eventuell könnte auch ein Angebot mit einem höheren Selbst­behalt von beispiels­weise 5 000 Euro, 10 000 Euro in Frage kommen. Die Versicherung würde dann im Schadens­fall – abzüglich des vereinbarten Selbst­behalts – für die Kosten einer Sanierung oder den Bau eines gleich­wertigen Hauses aufkommen.

Zukünftig könnte Stark­regen zunehmen

Eine Bewertung, wo bundes­weit das größte Starkregenrisiko droht, ist noch nicht möglich. Deshalb gilt derzeit: Stark­regen kann über­all vorkommen. Experten vermuten, dass starkregen­auslösende Wetterlagen zunehmen könnten.

Gebäude gegen Rück­stau sichern

Stark­regen bedeutet manchmal Schwerst­arbeit für die Kanalisation. Es kommt vor, dass das öffent­liche Abwasser­system den Nieder­schlag nicht mehr abführt. Von Rück­stau wird gesprochen, wenn Wasser über die Abwasser­rohre wieder in das Haus drückt. Keller und Unterge­schoss samt Inventar können dann mit einer braunen Brühe geflutet sein. Eine Rück­stausicherung schützt das Gebäude. Achtung: Bei fehlender Rück­stausicherung kommen Versicherer üblicher­weise nicht für eine Über­schwemmung infolge eines Rück­staus auf. Längst nicht jedem Haus­besitzer, der Hoch­wasser bisher nicht erlebt hat, ist schon klar, wie wichtig diese Sicherung ist.

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Das Risiko für das Haus heraus­finden

Haus­besitzer können sich per Mausklick auf dem Onlineportal Kompass Naturgefahren haus­nummerngenau kostenlos ­informieren, wie stark ihr Gebäude durch Hoch­wasser und ­andere Naturgefahren gefährdet ist. Für Stark­regen fehlt die Differenzierung noch.­ Erfasst sind bisher fünf Bundes­länder: Nieder­sachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Thüringen. Die Minister­präsidenten der Länder sprechen sich für ein bundes­weites Portal aus.

Hausrat­versicherung hilft bei Über­schwemmung oft nicht

Auch die Hausratversicherung zahlt für Schäden durch Über­schwemmung nach Stark­regen oder Hoch­wasser normaler­weise nicht. Versichert ist Hausrat nur gegen Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungs­wasser und Einbruch­diebstahl. Nur in der so genannten erweiterten Haus­halts­versicherung der ehemaligen DDR sind Schäden durch Über­schwemmungen auto­matisch im Versicherungs­schutz enthalten. Ansonsten müssen – analog zur Wohn­gebäude­versicherung – zusätzlich zur Hausrat­versicherung Elementarschäden einge­schlossen werden.

Wann sind Autos und Motorräder versichert?

Über­schwemmungs­schäden an Autos und Motorrädern begleicht die Teilkasko. Ausnahme: Der Besitzer war recht­zeitig gewarnt und hat es schuldhaft versäumt, sein Fahr­zeug in Sicherheit zu bringen. Wenn wegen der Über­schwemmung ein Unfall geschieht, gelten die allgemeinen Regeln: Den Schaden hat zu tragen, wer den Unfall verschuldet hat. Für fremde Schäden zahlt die eigene Haft­pflicht­versicherung. Ersatz von Schäden am eigenen Wagen gibt es nur für Inhaber von Voll­kasko-Versicherungen.

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Letzte Aktualisierung im Juli 2021. Zuvor gepostete Nutzer­kommentare beziehen sich auf ältere Fassungen.

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