Unver­schuldeter Auto­unfall Versicherer muss das Abschleppen voll bezahlen

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Unver­schuldeter Auto­unfall - Versicherer muss das Abschleppen voll bezahlen

Wer ohne Schuld einen Auto­unfall hat, bekommt die Kosten fürs Abschleppen voll ersetzt – auch wenn die Rechnung hoch ausfällt. Das Amts­gericht Aschaffenburg gab einem Auto­fahrer recht. Die Versicherung des Unfall­gegners hatte 303 Euro von der Rechnung der Abschlepp­firma gekürzt. Sie sei deutlich über­höht.

Doch das Argument „zu teuer“ reicht nicht, entschied das Gericht. Der Versicherer muss voll zahlen. Nur wenn selbst einem Laien sofort klar sein muss, dass die Kosten weit über­trieben sind, wäre eine Kürzung denk­bar (Az. 116 C 861/12). Im Stress nach dem Unfall muss niemand lange Markt­forschung betreiben, zumal oft Eile geboten ist, weil sonst das kaputte Auto die Straße blockiert.

Tipp: Anders liegt der Fall, wenn der Versicherer Ihnen einen Mietwagen bezahlen soll. Da ist der Zeit­druck nicht so groß. Sie sollten nicht gleich den vom Abschlepp­dienst angebotenen Mietwagen nehmen, sondern mindestens zwei, drei Angebote einholen. Sagen Sie der Verleihfirma nichts von dem Unfall, denn dann präsentiert sie teure „Unfal­lersatz­tarife“. Bietet der gegnerische Versicherer selbst einen Mietwagen an, muss er die vollen Kosten über­nehmen.

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