Unver­packtes einkaufen Meldung

Alles lose. Diese Kundin kauft verpackungs­frei.

Schraubgläser, Kunst­stoff­boxen und Stoff­beutel von zu Hause mit ins Geschäft bringen, dann die losen Lebens­mittel hinein­füllen, abwiegen, bezahlen – so läuft der Einkauf im Unver­packt-Laden. Der erste eröff­nete 2014, inzwischen gibt es rund 80 Geschäfte in Deutsch­land. Sie senden Impulse an den ganzen Handel. So bieten einige Biomärkte und normale Supermärkte nun auch Unver­packtes an. Die Hoch­schule für nach­haltige Entwick­lung Ebers­walde erforscht Chancen und Grenzen in einer Studie.

Über­wiegend Vorrats­ware

Unver­packte Lebens­mittel brauchen keine Einzel­packung. Das spart definitiv Müll. „Die Kunden füllen sich über­wiegend Vorrats­ware ab wie Hülsenfrüchte, Mehl, Nudeln, Nüsse, Kaffee“, sagt die Koor­dinatorin der Studie, Melanie Kröger. Groß­händler liefern viel Ware in Groß­packungen an. Ob diese Logistik auch verpackungs­arm abläuft, hängt vom Groß­händler ab. „Einige arbeiten an Lösungen wie Mehr­wegsystemen.“

An die Hand­griffe gewöhnen

Wer Loses einkaufen möchte, sollte gut planen und passende Behälter zur Hand haben. Sie lassen sich auch vor Ort kaufen oder ausleihen. „Ans Abfüllen und Abwiegen müssen sich Kunden erst gewöhnen“, sagt Kröger. Nach einer Weile koste das aber kaum mehr Zeit.

Auf Hygiene achten

Mancher sorgt sich, dass die Hygiene in Unver­packt-Läden leidet. Tatsäch­lich müssen sie passende Lösungen entwickeln, um die recht­lichen Vorgaben einzuhalten. Damit Behälter nicht in hygie­nisch sensible Bereiche kommen, nutzen Händler etwa bei Milch­produkten Tabletts. Kunden können darauf offene Boxen stellen, ein Verkäufer kann sie ohne Berühren befüllen. Das Tablett ist leicht zu reinigen.

Tipp: Im normalen Handel können Sie Müll verringern, indem Sie Obst und Gemüse im Mehr­wegnetz oder Loses statt Abge­packtes kaufen. Käse, Wurst und Fleisch an der Theke holen, dort wird alles weniger aufwendig verpackt.

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