Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung Meldung

In dieser Woche dreht sich in der ARD alles rund um das Thema Krebserkrankungen. Schwerpunkt für den heutigen Montag: Prävention und Früherkennung. Der Markt für die Vorsorgeuntersuchungen boomt - obwohl die Krankenkassen nicht alle Verfahren bezahlen. Damit Patienten nicht unnötig Geld ausgeben oder sich Risiken durch Untersuchungen aussetzen, hat Stiftung Warentest 46 gängige Früherkennungsverfahren untersucht und bewertet. Das Buch mit allen Ergebnissen ist im vergangenen Jahr erschienen. Erstaunlich: Die meisten Methoden sind nicht oder nur wenig geeignet.

Ratgeber Krebsfrüherkennung

Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung Meldung

Der Ratgeber „Untersuchungen zur Früherkennung: Krebs“ informiert nicht nur über die Wirksamkeit von insgesamt 46 gängigen Methoden zur Krebsfrüherkennung. Das Buch erläutert auch Ziele, Funktionen und Abläufe der Verfahren und klärt über mögliche Risiken während der Untersuchungen auf. Zudem befasst sich der Ratgeber auch mit der Entstehung verschiedener Krebsarten und nennt Faktoren, die ein Krebswachstum fördern.
Der Ratgeber hat 290 Seiten und kostet 19,90 Euro.

Beispiel: Mammographie

Während einer Film-Mammographie wird die Brust mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Das Ziel ist es, anhand der entstandenen Röntgenbilder auffällige Veränderungen im Brustgewebe festzustellen. Erfahrene Radiologen und Frauenärzte können auch Knoten feststellen, die deutlich kleiner als ein Zentimeter und daher noch nicht tastbar sind. Risiko der Film-Mammographie: die eingesetzten Röntgenstrahlen. Zwar liegt die Strahlenbelastung unter dem zulässigen Maximalwert - vorausgesetzt die Geräte sind richtig eingestellt und das Personal entsprechend gut geschult. Dennoch bleibt ein Restrisiko, dass die Untersuchung selbst Brustkrebs auslösen kann.
Trotz des geringen Risikos ist die Film-Mammographie aber bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren als Früherkennungsmaßnahme geeignet. Der Nutzen der Untersuchung ist wissenschaftlich belegt. Für Frauen um die 40 ist die Methode dagegen nur mit Einschränkung geeignet. Grund: Die Treffsicherheit des Verfahrens ist hier schlechter. Dadurch steigt auch das Risiko eines falsch-positiven Befunds. Für Frauen ab 70 Jahre ist der Nutzen einer Mammografie mangels guter Studien nicht abzuschätzen. Die Methode ist für sie daher nur wenig geeignet.

Beispiel: Große Darmspiegelung

Bei der Koloskopie wird der gesamte Dickdarm vom After bis zum Blinddarm mittels eines speziellen Endoskops, dem so genannten Koloskop, untersucht. Dies ist ein etwa anderthalb Meter langer und biegsamer Schlauch, an dessen Spitze sich eine Lichtquelle befindet. Durch eine kleine Kamera werden dann Bilder aus dem Inneren des Darms auf einen Bildschirm übertragen oder aufgenommen. Es ist aber auch möglich, dass die Sicht direkt durch ein Glasfaserkabel erfolgt. Wenn die Darmschleimhaut an einer Stelle auffällig verändert ist, entnimmt der Arzt mit einer kleinen Zange eine Gewebeprobe, größere Polypen kann er gleich mit einer elektrischen Schlinge entfernen.
Die Darmspiegelung ist generell eine unangenehme Untersuchung. Besonders für ältere Menschen ist sie oft sehr belastend. Die vor der Spiegelung verabreichten Medikamente können das Risiko von Herz-Kreislauf-Komplikationen erhöhen. Auch können durch ungenügend gereinigte Endoskope Keime auf Patienten übertragen werden. Schwerwiegend sind Blutungen und Perforationen, bei denen die Darmwand mit der Spitze des Endoskops durchstoßen wird.
Zwar birgt die große Darmspiegelung gewisse Risiken. Doch falsche Befunde, die zu weiteren unnötigen und belastenden Untersuchungen führen, sind sehr selten. Die Untersuchung ist daher für Personen ab dem 50 Lebensjahr zur Früherkennung von Darmkrebs mit Einschränkung geeignet.

Beispiel: Kontrolle der Haut durch den Hautarzt

Der Hautarzt inspiziert die gesamte Hautoberfläche, einschließlich der Übergänge zu den Schleimhäuten. Dadurch sollen die drei häufigen Hautkrebsarten Basalzell- und Stachelzellkrebs sowie Melanome erkannt und behandelt werden. Zur Erkennung eines verdächtigen Pigmentmerkmals dient die ABCDE-Regel. Die Kontrolle selbst birgt keine Risiken. Allerdings kommt es immer wieder zu falschen Verdachtsbefunden. Die unmittelbaren Folgen sind jedoch gering, da die kleineren Tumore durch Operationen mit örtlicher Betäubung entfernt werden können. Aus diesem Grund raten viele Experten, bei der Entfernung von verdächtigen Befunden eher großzügig zu sein, als das Risiko einzugehen, dass ein Tumor nicht frühzeitig entfernt wird.
Mangels zuverlässiger Studien ist bisher nicht belegt, ob die Kontrolle der Haut durch einen Hautarzt die Heilungschancen bei Hautkrebs erhöht. Ebenso kann nicht abgeschätzt werden, wie häufig falsche Befunde und Überdiagnosen vorkommen. Die Kontrolluntersuchung ist daher zur Früherkennung von Hautkrebs nur wenig geeignet.

Hinweis: Sie können den Ratgeber „Untersuchungen zur Früherkennung: Krebs“ online bestellen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 49 Nutzer finden das hilfreich.