Die Bundesregierung bleibt vorerst bei der Benachteiligung der Investmentfonds ausländischer Kapitalgesellschaften. Im Gegensatz zu Dividenden deutscher Fondsgesellschaften müssen Anleger die Gewinne aus Aktienfonds ausländischer Gesellschaften voll versteuern und nicht nur zur Hälfte, weil für Auslandsfonds das Halbeinkünfteverfahren nicht gilt. Dadurch sinkt die Rendite nach Steuern je nach Steuersatz bei Auslandsfonds.

Im Gesetzentwurf zur Fortentwicklung der Unternehmenssteuerreform fehlt die versprochene Nachbesserung, obwohl die unterschiedliche Behandlung dem Grundgesetz, dem Europäischen Vertrag und dem GATS-Handelsabkommen wiederspricht. Eine Beschwerde gegen diese Diskriminierung liegt der Europäischen Kommission bereits vor. Sie wird sich im Herbst mit dieser Frage beschäftigen.

In ähnlicher Sache setzte sich schon die Europäische Kommission erfolgreich gegen Italien, Frankreich und Österreich durch. Der Verband der Auslandsbanken in Deutschland fordert deshalb die deutsche Regierung auf, die Rechtsverstöße zu beseitigen und zumindest Erträge aus registrierten Auslandsfonds (weiße Fonds) wie solche aus Inlandsfonds zu behandeln. Sonst werde der Musterknabe "Deutschland" Prügelknabe in der Europäischen Union.

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