Unter­nehmens­pleite Meldung

Das eins­tige Muster­unternehmen Solarworld ist pleite.

Solarworld ist zahlungs­unfähig. Als vorläufigen Insolvenz­verwalter für den bekannten Hersteller von Solarmodulen hat das Amts­gericht Bonn den Rechts­anwalt Horst Piepenburg von der Kanzlei Piepenburg-Gerling einge­setzt. Bereits im Jahr 2013 war Solarworld in eine schwere Schieflage geraten. Aktionäre und Anleihegläubiger retteten das Unternehmen, indem sie auf einen Groß­teil ihres Geldes verzichteten.

Nun müssen Solarworld-Anleger wieder herbe Verluste einstecken. Anleihegläubiger sollten abwarten und nicht über­hastet verkaufen. Denn dann wären ihre Verluste am größten. Die Unter­nehmens­anleihen sind besichert. Das heißt, sie haben bei der Bedienung der Schulden Vorrang. Anleger werden für ihre Anleihen eine bestimmte Auszahlungs­quote erhalten, die im Insolvenz­verfahren fest­legt wird. „Sie werden nur einen kleinen Teil ihres Geldes wieder­sehen“, sagt Anwalt Marc Liebscher, Sprecher des Berliner Anwalts­ver­eins für Bank- und Kapitalmarkt­recht.

In den nächsten Monaten muss das Gericht nach einem Gutachten des Insolvenz­verwalters entscheiden, ob es ein reguläres Insolvenz­verfahren eröffnet. In diesem Fall gibt es drei Möglich­keiten, wie es weitergeht: Solarworld wird saniert, verkauft oder zerschlagen. Bis dahin wird wohl in den Werken von Arnstadt (Thüringen) und Frei­berg (Sachsen) weiterproduziert.

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