Die Bema Investitions- und Beteiligungsgesellschaft mbH hat wirtschaftliche Schwierigkeiten. Anleger des Unternehmens, die sich dort in der Hoffnung auf steigende Immobilienpreise an einer Neubausiedlung in Mahlow bei Berlin beteiligt haben, müssen den Verlust ihrer Einlage fürchten. Finanztest hatte bereits im Jahr 2002 vor den Bema-Beteiligungen gewarnt.

Prognose viel zu optimistisch

Bema-Geschäftsführer Per Harald Lökkevik, der Anlegern im Prospekt ein „relativ sicheres Zusatzeinkommen“ versprochen hatte, teilte jetzt in einem Schreiben mit, dass die Bema finanzielle Probleme hat. Die laut Prognoserechnung im Prospekt erwarteten Mieteinnahmen konnten nicht annähernd realisiert werden. Der Betreiber des Hotels in der Neubausiedlung in Mahlow bei Berlin kann wegen mangelnder Belegung die Miete nicht mehr zahlen.

Zweifelhaftes Angebot an Anleger

Um die Bema zu retten, sollen Anleger einer Änderung des Gesellschaftsvertrag zustimmen. Danach soll die Bema Beteiligungsverträge künftig auflösen können und den Gesellschaftern ein Abfindungsguthaben zahlen können. Außerdem soll sie weitere Kredite aufnehmen können und diese durch grundbuchrechtliche Sicherheiten auf die Immobilien in Mahlow absichern dürfen. Weiter sollen Anleger zustimmen, dass die Bema Gesellschaftsvermögen verkaufen darf. Finanztest empfiehlt: Vor einer solchen Zustimmung sollten Anleger sich bei ihrer Verbraucherzentrale oder einem auf Anlagerecht spezialierten Rechtsanwalt beraten lassen. Die Änderungen des Gesellschaftsvertrages verschlechtern die Position des Anlegers. Das gilt vor allem für Anleger, die ihre Beteiligung auf Kredit über die Ostseesparkasse in Rostock finanziert haben und diesen Kredit weiter abzahlen müssen.

Anlegerschützer empfehlen Widerspruch

Das Deutsche Institut für Anlegerschutz e.V. (DIAS) rät allen Anlegern, unverzüglich per Einschreiben und Rückschein Widerspruch gegen die von der Bema geplante Änderung des Gesellschaftsvertrags einzulegen. Hintergrund für die von Lökkevik vorgeschlagenen Maßnahmen ist eine akute Schieflage des Projekts. So konnte bei der Vermietung der Wohnungen bisher nur ein Anteil von 55,4 Prozent der geplanten Mieterlöse erzielt werden. Die Auslastung des Hotels betrug nur knapp 17 Prozent, so dass der Betreiber die Miete nicht mehr zahlen konnte.

Frühe Finanztest-Warnung

Bereits im Jahr 2002 hatte Finanztest vorgerechnet: Die für die Fondsimmobilien eingeplanten Mieten sind zu hoch. Die Bema rechnete zudem für das Jahr 2013 mit einem Verkaufserlös für die Grundstücke und Gebäude, der um 60 Prozent über dem ursprünglichen Gesamtkaufpreis lag. Eingeplant waren ab dem Jahr 2005 schließlich noch Mietsteigerungen in Höhe von drei Prozent pro Jahr. Auch das hatte Finanztest bereits vor Jahren für unrealistisch gehalten. Die Wohnanlage überzeuge weder durch ihre Lage direkt an der Bundesstraße B 96 in der Nähe des Flughafens Berlin-Schönefeld , noch durch ihre Bauweise, schrieb Finanztest damals. So hätten die Häuser keinen Keller. Zudem verläuft eine Hochspannungsleitung mitten durch das Neubaugebiet. Zu hoch waren aus Sicht von Finanztest auch der Aufschlag für einmalige Zusatzkosten für Vertrieb, Verwaltung sowie Kaufnebenkosten. Sie machten rund 20 Prozent des reinen Immobilienkaufpreises von gut 61 Millionen Euro aus. Hinzu kamen nach Fertigstellung des gesamten Objekts ab dem Jahr 2002 noch jährliche Verwaltungskosten in Höhe von insgesamt 230 000 Euro. Das sind 5,3 Prozent der laufenden Mieteinnahmen.

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