Viele unsichtbare Risiken

Hunderttausende von Anlegern verloren in der Vergangenheit bei Investitionen in atypisch stille Unternehmensbeteiligungen viel Geld.

Mit steuersparenden Verlustzuweisungen in den ersten Jahren und später attraktiven Renditen locken Anbieter atypisch stiller Unternehmensbeteiligungen. Doch die Investitionen sind riskant, wie die Firmenzusammenbrüche der Vergangenheit zeigen. Läuft etwas schief, haben Anleger kaum Chancen, ohne Verluste aus den meist zwischen zehn und dreißig Jahren laufenden Verträgen auszusteigen.

Bis dahin sind die atypisch stillen Beteiligungen mit vielen wirtschaftlichen und steuerlichen Risiken verbunden. Denn die Gesellschafter sind nicht nur an Gewinn und Verlust des Unternehmens, sondern zusätzlich an dessen Vermögen beteiligt. Gesellschafter haften also für den Fall, dass ihre Anlagegesellschaft in die roten Zahlen gerät. Stürzt das Unternehmen ab, müssen sie sogar zuschießen.

Auch die steuerlichen Verlustzuweisungen sind keinesfalls sicher. Denn es gibt sie nur, wenn die Gesellschaft auch die Absicht hat, Gewinne zu erzielen und dies auch vom Finanzamt so gesehen wird. An der Gewinnerzielungsabsicht musste man in der Vergangenheit häufig Zweifel haben. Denn die Anlegerrenditen sanken oft aufgrund wirtschaftlicher Fehlentscheidungen der Unternehmensleitung und wegen der "weichen" Kosten wie Vertriebsprovisionen, Verwaltungskosten und Ausgaben für die Arbeit der Initiatoren.

Ein weiteres enormes Risiko ist die häufig bei atypisch stillen Beteiligungen gewählte Konstruktion als "Blindpool". Dabei wissen Anleger nicht, in welche Objekte ihr Geld investiert wird. In Anlageverträgen wird dies häufig als Vertrauensinvestition in die Unternehmensleitung beschrieben. Doch dieses Vertrauen wird häufig enttäuscht.

Bei den versprochenen Gewinnen für atypisch stille Gesellschafter handelt es sich ohnehin nur um Hoffnungswerte. Schließlich lässt sich der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens nicht vorhersehen. Und so sank die Anlegerrendite bei atypisch stillen Beteiligungen nicht selten auf null.

Tausende Anleger fielen in der Vergangenheit auch auf Beteiligungsgesellschaften herein, die als reine Abzockfirmen gegründet wurden. Dabei wurde nach dem Schneeballprinzip vorgegangen. Um die Gesellschaft am Leben zu halten, wurden Renditen für Altanleger aus frisch eingezahlten Anlegergeldern bezahlt.

Atypisch stille Beteiligungen an diesen Unternehmen brachten Anlegern Verluste:

- AKJ-Gruppe, Butzbach

- Ango-Unternehmensgruppe, Bad Iburg/Berlin

- Clean Concept GmbH & Co.i.l., Gersthofen

- Clean-Patent GmbH, Gersthofen

- Clean-Lease GmbH, Gersthofen

- Euro-Kapital-AG, Hamburg

- Hanseatische AG, Hamburg

- Finanz-Service-Beratungs-Gesellschaft FSBG, Berlin

- Merlin, Neuss (früher Alpha)

- Real Direkt AG, Gechingen

- WiRe-Unternehmensgruppe, Göttingen

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