Die Verkaufstricks der AVB

Hohe Provisionsversprechen

Dass sich die Beteiligungen so gut verkaufen, liegt vor allem an den Vertriebsmethoden der AVB. Da wird mit allen möglichen Verkaufstricks gearbeitet. Häufig werden potenzielle Kunden auch gleich als Vermittler geworben. Das ist clever: So sitzt das Opfer gleich mit im Boot und kann sich kaum beklagen. Gerade Kleinanleger sind für die Werbung der AVB anfällig. Mit nur drei Stunden Arbeit an jeweils zwei Tagen in der Woche könne man 6.000 Mark im Monat an Provisionen verdienen, wird Interessenten auf Vertriebsseminaren vorgerechnet. Dafür müsse man nur für die AVB Finanzprodukte vermitteln.

Kaum Aufklärung

Auf den Seminaren für die Vermittler geht es denn auch weniger um Aufklärung über die atypisch stillen Beteiligungen. Vielmehr werden hier Verkaufsstrategien trainiert, berichtete ein Teilnehmer. Künftige Vertriebsmitarbeiter erhielten eine Broschüre mit dem Titel "Träume nicht Dein Leben, Lebe Deinen Traum", Untertitel "Verdienst und Karriere". Zudem erhalten sie Tipps, wie telefonisch Termine vereinbart und erfolgreiche Verkaufsgespräche geführt werden. Über die Risiken wurde kaum etwas gesagt, dafür aber viel über Steuerersparnisse gesprochen, berichtete ein Teilnehmer gegenüber Finanztest.

Auch das Problem, dass neu geworbene Anleger kein Geld für die Soforteinzahlung haben, lösen die AVB-Vermittler stets. Dabei raten sie ­ wie im Fall Britze ­ unter anderem zur Kündigung von Versicherungsverträgen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 738 Nutzer finden das hilfreich.