Unternehmensbeteiligungen Meldung

Das Urteil des Bundesgerichtshofs stellt Anleger mit riskanten Beteiligungen viel besser als bisher.

Mit einem bahnbrechenden Urteil hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt die Rechte Zehntausender Anleger gestärkt, die riskante Unternehmensbeteilungungen abgeschlossen haben, weil sie schlecht informiert wurden. Wer sich aufgrund falscher Angaben „als atypisch stiller Gesellschafter“ auf eine Investition eingelassen habe, könne von der Gesellschaft seine Einlage zurückfordern, heißt es in der Entscheidung des BGH (II ZR 354/02). Bisher hatten die Gerichte meist entschieden, dass einem getäuschten Anleger nur ein Auseinandersetzungsguthaben zusteht, wenn er vorzeitig aus dem Vertrag aussteigt. Dieses Guthaben ist der Betrag, der zum Zeitpunkt der Auflösung des Gesellschaftsvertrags noch übrig ist.

Da Anleger stiller Gesellschaften auch an den Verlusten der Firma beteiligt sind, bekamen sie oft nichts zurück. Manchmal mussten sie sogar noch Geld nachschießen.

Das Urteil des BGH ist für viele Anleger wichtig, denen die langjährigen riskanten Beteiligungen als Sparpläne zur Altersvorge angedreht wurden. Sie haben jetzt eine echte Chance, ihre Einlage zurückzuerhalten.

Im dem jetzt vom BGH entschiedenem Fall hatte ein Anleger umgerechnet etwa 9 000 Euro in zwei stille Gesellschaftsverträge investiert. Weil die mangelhafte Aufklärung über Nachteile und Risiken der Anlage nach Ansicht der Karlsruher Richter die Ursache für die Anlageentscheidung war, muss die Gesellschaft den Anleger so stellen, als hätte er die Verträge nicht abgeschlossen. Sie muss ihm also das angelegte Geld und die von ihm gezahlte Verwaltungsgebühr (Agio) zurückzahlen.

Tipp: Die Entscheidung ist für viele Anleger wichtig, die sich an Gesellschaften wie Fairrenta (Tübingen), Bema (Rostock), Südwest Finanzvermittlung (Markdorf) sowie an Unternehmen der Göttinger Gruppe oder der Euro-Gruppe (Würzburg) beteiligt haben. Sie können im Vertrag nachlesen, ob sie „atypisch stiller Gesellschafter“ sind. Nur dann gilt das Urteil für sie.

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