Unternehmensanleihen Meldung

Kleinere Firmen und Vereine locken mit sehr hohen Zinsen für ihre Anleihen. Anleger gehen damit große Risiken ein.

Siag Schaaf. Mit einem Zinssatz von 9 Prozent kam im Juni vergangenen Jahres die Anleihe des Windkraftzulieferers Siag Schaaf auf den Markt. Rund neun Monate später hat die Firma einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist die erste Pleite einer Firma, die eine Mittelstandsanleihe herausgegeben hat. Anleihekäufer wissen nicht, ob sie ihr Geld zurückbekommen.

Praktiker. Inhaber einer Praktiker-Anleihe sollten auf Wunsch des Unternehmens auf einen Großteil der angekündigten Zinsen verzichten. Die klamme Baumarktkette appellierte an ihre Gläubiger, statt 5,875 Prozent eine Verzinsung von nur noch 1 Prozent pro Jahr zu akzeptieren. Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) riet Anlegern, dem Schuldenschnitt nicht zuzustimmen.

Hansa Rostock. Für seine bis Herbst 2017 laufende Fan-Anleihe bietet der Fußballverein Hansa Rostock 5 Prozent pro Jahr. Zusätzliche 2 Prozent sollte es nach dem erhofften Aufstieg in die Bundesliga geben. Nun ist der Klub in der 2. Liga in Abstiegsgefahr. Die wirtschaftlichen Folgen im Falle eines Abstiegs wären gravierend. Nicht nur die Fußballer, sondern auch die Anleihezeichner müssen zittern.

Kapitalbeschaffung. Immer mehr kleine Firmen oder Vereine beschaffen sich Kapital nicht nur über Banken, sondern auch bei Kleinanlegern. Diese gehen damit erhebliche Risiken ein, sie können ihr Geld sogar komplett verlieren. Die Lektüre des umfangreichen Wertpapierprospekts ist unverzichtbar, ehe Anleger sich auf ein solches Investment einlassen.

Tipp: Anleihen von Unternehmen oder Vereinen sind keine Alternative zu sicheren Tagesgeldkonten oder Festgeld. Wenn überhaupt sollten Anleger nur Geld investieren, dessen Verlust sie notfalls verschmerzen können.

Dieser Artikel ist hilfreich. 158 Nutzer finden das hilfreich.