Ein allein stehender Vater, der für sein Kind Unterhalt zahlen muss, hat Unterstützung vom Bundesfinanzhof (BFH) bekommen. Das Finanzamt hatte in seinem Steuerbescheid das halbe Kindergeld angerechnet, obwohl ihm bei der Berechnung des Unterhalts weniger gutgeschrieben worden war. Der BFH hat deshalb das Bundesverfassungsgericht (Az. 2 BvL 3/05) angerufen.

Betroffene können sich unter Hinweis auf das Aktenzeichen mit einem Einspruch gegen den Steuerbescheid einklinken und mitgewinnen.

Wenn Eltern getrennt leben, bekommt immer derjenige das volle Kindergeld, bei dem das Kind lebt. Im Gegenzug wird beim anderen die Hälfte des Kindergelds vom Unterhalt abgezogen, den dieser für das Kind zahlen muss. Das passiert aber nur, wenn der Unterhalt 135 Prozent des Regelsatzes beträgt . Das sind je nach Alter des Kindes bis zu 383 Euro im Monat. Ist der Unterhalt niedriger, geht weniger oder gar kein Kindergeld davon ab.

Das Finanzamt rechnet später im Steuerbescheid trotzdem mit dem halben Kindergeld. Zunächst zieht es die halben Freibeträge für Kinder vom Einkommen ab. Ist die so erzielte Steuerersparnis höher als das halbe Kindergeld, bleibt es dabei.

Im Gegenzug erhöhen die Beamten die Steuerschuld um das halbe Kindergeld, obwohl Zahlväter und Zahlmütter weniger davon hatten. Dadurch verlieren sie für jedes der ersten drei Kinder bis zu 924 Euro im Jahr.

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