Unterhalt vom geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehepartner, der im Ausland lebt, muss in Deutschland nicht versteuert werden. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) abweichend von seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden (Az. X R 18/03).

Ursprünglich sollte eine Frau den Unterhalt versteuern, den sie von ihrem Ehemann erhält, der seit der Trennung in Monaco lebt. Doch der Unterhalt bleibt steuerfrei. Das wäre auch so, wenn ihr Expartner in Deutschland leben würde. Auch dann müsste die Frau den Unterhalt nicht versteuern.

Versteuern müsste sie den Unterhalt nur, wenn der Exmann diese Zahlungen als Sonderausgaben abzieht. Das kann er aber in dem Fall nicht, weil er im Ausland lebt. Würde er jedoch in Deutschland wohnen, könnte er bis zu 13 805 Euro Unterhalt an seine Exfrau im Jahr als Sonderausgaben steuermindernd ansetzen. Nur dann muss die Frau diesen Betrag im Gegenzug versteuern.

Tipp: Der Sonderausgabenabzug bringt zwar dem Unterhaltszahler Steuervorteile. Doch der Unterhaltsempfänger – meist die Exfrau – hat dadurch eventuell eine höhere Steuerbelastung oder verliert staatliche Vergünstigungen.

Diese Nachteile muss der Exmann ausgleichen. Unter Umständen kann es dann günstiger sein, nicht den gesamten gezahlten Unterhaltsbetrag als Sonderausgaben anzusetzen. Ist der Sonderausgabenabzug aber beim Finanzamt beantragt, ist er in dieser Höhe für das Antragsjahr auch bindend.

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