Unterhalt Meldung

Viele Geschiedene können nun vom Expartner mehr Geld verlangen. Wer während der Ehe nicht gearbeitet, danach aber eine Berufstätigkeit aufgenommen hat oder oder Zinseinkünfte erzielt, kann nach einem neuen Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. XII ZR 343/99) bei der Unterhaltsberechnung auf die so genannte Differenzmethode pochen, die bisher nur angewendet wurde, wenn beide Ehepartner Einkünfte hatten.

War hingegen nur einer berufstätig (meist der Mann), wurde bisher sein Einkommen geteilt ­ vier Siebtel für ihn, drei Siebtel für sie. Nahm die Frau nach der Scheidung einen Job an, wurde ihr Lohn nach der Anrechnungsmethode vom Unterhalt abgezogen.

Künftig zählen beide Einkommen, nur die Differenz zwischen ihnen wird zu vier und drei Siebteln geteilt. Ob die neue Rechtsprechung eine Abänderungsklage auch für rechtskräftige Altfälle begründen kann, ist allerdings noch ungeklärt.

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