Eine 21-jährige Studentin kann von ihrem Vater nicht mehr Unterhalt verlangen, wenn sie ihren Lebens­unterhalt auch durch Bafög-Leistungen decken kann. So hat das Ober­landes­gericht Hamm entschieden. Die junge Frau bekam von ihrem Vater monatlich 212 Euro. Das war ihr aber nicht genug: Sie forderte rund 170 Euro mehr. Einen Antrag auf Bafög wollte sie dagegen nicht stellen. Ihre Begründung: Sie wolle sich nicht schon zu Beginn ihres Studiums verschulden. Das Ober­landes­gericht Hamm lehnte die Forderung der Studentin ab. Nach Auffassung der Richter sei es nicht nur zum Unterhalt verpflichteten Personen, sondern auch unter­halts­bedürftigen Personen gegebenenfalls zumut­bar, dass sie einen Kredit aufnehmen. Der Studentin sei es durch­aus zuzu­muten, Bafög-Leistungen zu beziehen, da dieses staatlich bezu­schusste Darlehen besonders günstig ist (OLG Hamm, Az. 2 WF 161/13).

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