Unter der Lupe Rentenversicherung schon für Babys

14.06.2005

Angebot: Die „Swiss Life Bambini“ der Münchener Swiss Life ist eine auf Kinder zugeschnittene fondsgebundene Rentenversicherung. Ab Laufzeitende, was nach 60 Jahren sein kann, beginnt eine lebenslange Rentenzahlung an den Versicherten. Eltern und Großeltern, so die Werbung, könnten so ab Geburt des Nachwuchses „rechtzeitig und mit geringem Aufwand für dessen finanzielle Absicherung sorgen“.

Vorteile: Schon ab 20 Euro im ­Monat kann der Kunde mehrere Fonds kaufen, die ­bereits einzeln häufig Mindestraten von 50 Euro verlangen. Es wird kein Ausgabeaufschlag fällig. Bis zu drei Mal im Jahr kann ­kostenfrei zwischen fünf Anlagestrategien ­gewechselt werden.

Nachteile: Ab dem vierten Strategiewechsel sind jeweils 25 Euro zu zahlen. Kosten für Abschlussprovisionen, laufende Verwaltungskosten oder Managementgebühren werden nicht ausgewiesen. Der Sparer ist langfristig gebunden. Er kann frühestens nach zwölf Jahren ohne Stornogebühr über das Geld verfügen (per Rückkauf). Garantiert ist so gut wie nichts, denn alles hängt von der Wertentwicklung der Fonds ab, die mit den Beiträgen gekauft werden. Von den fünf Strategien ist nur eine („Chance“) aufgrund des überwiegend guten Fondsinvestments und der sinnvollen Anlagestruktur zu empfehlen. Bei den Strategien „Balanced“, „Growth“ und „High Performance“ überwiegen schwächere Fonds, beim Garantiefondskonzept bleiben langfristige Renditechancen ungenutzt.

Fazit: Die Kinderversicherung ist nicht attraktiv. Der später mögliche Einschluss einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung ist kein Pluspunkt, weil eine Gesundheitsprüfung fällig wäre. Und der Kauf von Fonds ohne Ausgabeaufschlag ist bei vielen Anbietern möglich.

Eltern sollten keine Rentenversicherung für ihre Kinder abschließen, sondern an deren Ausbildungskosten denken. Hierfür sparen sie besser flexibel, indem sie direkt in Fonds investieren. Dann können sie die Raten wieder ändern und kommen immer und meist steuerfrei an das Geld heran. Mindestsparraten lassen sich bei schmalem Geldbeutel durch quartalsweise Zahlung umgehen. Sinnvoll sind parallele Sparpläne in einen guten Euro-Renten- und guten Aktienfonds Welt.

14.06.2005
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