Unsicheres WLan Meldung

Öfter als es Nutzer ahnen, laden Raubkopierer illegal Filme und Musik über fremde Internet­anschlüsse herunter. Ist der drahtlose Internet­zugang – das WLan – nicht gesichert, haftet der Anschluss­inhaber solche illegalen Downloads. test.de erklärt, wie man sich schützt.

Musik und Filme illegal herunter­geladen

Die Masche ist für Raubkopierer attraktiv und kostensparend: Sie suchen sich eine ungesicherte fremde WLan-Verbindung und laden darüber illegal Musik, Filme, Hörbücher oder e-books (elektronische Bücher) herunter, für die sie eigentlich bezahlen müssten. Da die Verlage aber für die Nutzung urheberrecht­lich geschützter Inhalte Geld sehen wollen, beauftragen sie Anwalts­kanzleien, die den illegalen Downloads nachgehen. Ins Visier geraten dann die Inhaber der WLans, die Schaden­ersatz leisten sollen.

Netz unbe­dingt gut sichern

„Etwa jeder siebte illegale Download läuft über einen fremden Internet­anschluss“, schätzt der Münchner Medien­anwalt Bernhard Knies. Mehr als 3 000 Abmahnfälle für illegales Herunter­laden betreut seine Kanzlei. Nur mit großem Aufwand schaffen es Hacker, auf gut gesicherte WLan-Anschlüsse zuzugreifen. Gut geschützt ist der WLan-Anschluss, wenn er mit neuester Verschlüsselungs­technologie (WPA2-Stan­dard) und einem guten Pass­wort gesichert ist. Raus aus der Haftung ist der Anschluss­inhaber im Miss­brauchs­fall dann aber immer noch nicht. Denn er muss im Zweifel nach­weisen, dass er selbst keine Inhalte herunter­geladen hat. Das ist ihm häufig nur möglich, wenn er belegt, dass er zum Download­zeit­punkt nicht zu Hause war und auch keiner anderen Person den Zugriff auf das Netz ermöglicht hat. Als Nach­weis helfen im Urlaubs­fall zum Beispiel Flugti­ckets oder die Hotel­rechnung.

Tipp: Wenn Sie ein WLan betreiben, benötigen Sie unbe­dingt die Verschlüsselungs­technologie WPA2-Stan­dard und ein gutes Pass­wort. Wie Sie das einrichten, sagt Ihnen das Gewusst wie. Sind Sie nicht zu Hause, schalten Sie Ihr WLan am besten ab.

Das Router-Protokoll sichern

Wer ganz sicher gehen will, sollte sich das Router-Protokoll ausdrucken oder gleich in sein elektronisches Post­fach schi­cken lassen. Der verbreitete WLan-Router „AVM Fritz!Box Fon“ etwa vers­endet das Protokoll per E-Mail. So akti­vieren Sie den E-Mail-Versand des Router-Protokolls bei „AVM Fritz!Box Fon“ an Ihrem Rechner:

  • Gehen Sie über das Menü auf „Push-Service“ und dann auf „E-Mail“
  • Setzen Sie bei „System aktiv“ Haken
  • Wählen Sie aus, ob Ihnen das Protokoll täglich, wöchentlich oder monatlich zugesendet werden soll
  • Klicken Sie in der Liste „Ereig­nisprotokoll“ an, so dass es Ihnen zugesandt wird. Es enthält die Hard­ware-Adressen (MAC-Adresse) aller Rechner, die sich in den WLan-Router einwählen.

Mit dem Protokoll lässt sich ein fremder Hacker-Computer identifizieren. Viele Geräte über­schreiben aber das Router-Protokoll in relativ kurzen Zeit­abständen manchmal schon nach 14 Tagen. Dann ist dieser Beweis verschwunden.

Tipp: Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass kein Fremder auf ihr WLan zugreift, müssen sie auf einen DSL-Anschluss mit Kabel umsteigen. Wollen Sie auf das W-Lan nicht verzichten und größt­mögliche Sicherheit, dann wählen Sie eine gute Verschlüsselung und drucken Sie von Zeit zu Zeit das Router-Protokoll aus. Prüfen Sie, ob Sie es sich nicht auch bequem vom Router per E-Mail schi­cken lassen können. Dann sind Sie nach einem Hacker­zugriff auf Ihr WLan für einen Rechts­streit gut gewappnet.

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