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Weil versprochene Gewinne ausgezahlt werden müssen, erhält eine Verbraucherin nun 66.555 Mark vom Ern-Versand (Landgericht Wuppertal, Az. 1 O 14/01). Ihre "Glückssträhne" hatte mit einer Postkarte begonnen: Ihr stünden 65.000 Mark in bar zu, "schöne Grüße aus St. Tropez".

Wenig später traf ein Katalog "Heim & Freizeit" ein. Bei einem Bestellwert ab 25 Mark gebe es einen Geschirrspüler als weiteren Gewinn. Die Klägerin bestellte und bekam prompt die Ware samt Rechnung ­ nicht jedoch den Gewinn. Deshalb beauftragte sie einen Anwalt, dessen Ermittlungen von einer Postfachadresse in Geistingen zum Ern-Versand in Solingen führten.

In einem ähnlichen Fall wurde die Firma Tina Shopping Versandhandel zur Auslieferung eines fabrikneuen VW Beetle verurteilt (LG Wuppertal, Az. 3 O 358/00, nicht rechtskräftig). Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch in einem Fall, bei dem "Sparschecks" versandt wurden, die bei einer späteren Bestellung nicht eingelöst wurden. Betroffene können diese Gewinnversprechen unter Bezug auf das Aktenzeichen 810 Js 594/01 senden an: Staatsanwaltschaft Düsseldorf, Postfach 10 11 22, 40002 Düsseldorf

Tipp: Einklagbar sind Gewinnversprechen deutscher Firmen, bei Absendern aus dem Ausland wird es sehr schwierig. Oft sind Namen und Adressen der Verantwortlichen schwer zu ermitteln. Und: Geht die Firma Pleite, bleibt selbst ein erfolgreicher Kläger auf seinen Kosten sitzen. Eine Klage empfiehlt sich daher nur für Rechtsschutzversicherte.

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