Unseriöse Spendensammler Meldung

Mit dem letzten Herbstlaub fallen auch die letzten Skrupel unseriöser Spendensammler. Sie setzen darauf, dass ihre Barmherzigkeitsmasche in der Weihnachtszeit besonders gut zieht. Wer nicht auf Abzocker hereinfallen will, kann sich an die Faustregel halten: Je mitleiderregender der Blick, desto eher haben Sie es mit Profiverkäufern zu tun, die in die eigene Tasche sammeln. Gängige Maschen:

Verkauf von Behindertenware an der Haustür. In Wahrheit wird echte Behindertenware meist nur in Werkstätten verkauft. Telefonverkauf ist sogar ganz verboten. Ein Verzeichnis verschickt die Bundesanstalt für ArbeitRegensburger Str. 104 90327 Nürnberg.

Fördermitgliedschaften in sozialen Organisationen, zum Beispiel Tierschutzvereinen oder Notfall-Rettung, die bei hohen Beiträgen und Aufnahmepreisen kaum etwas bieten.

Stände in Fußgängerzonen, wo selbst ernannte Menschenrechtsgruppen aufdringlich mit Fotos von Folteropfern werben.

Doch gerade bei besonders zudringlicher Werbung sollten Sie vorsichtig sein ­ erst recht, wenn Sie unter Zeitdruck gesetzt werden. Seriöse Organisationen vermeiden gefühlsbetonte Werbung, denn schließlich sollen nicht Mitleid, Angst und Abscheu eine Spende auslösen, sondern Solidarität und Nächstenliebe.

Tipps: Lassen Sie sich von Straßensammlern den Spendenausweis zeigen. Sammeldosen müssen verplombt sein (außer in Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen). Spenden, kaufen oder unterschreiben Sie nichts an der Haustür.

Wie seriös eine Organisation wirtschaftet, untersucht der "Spenden-Tüv", das Zentralinstitut für soziale Fragen. Es hat 133 Organisationen geprüft und als förderwürdig anerkannt. Allerdings geht es da nur um den humanitär-karitativen Bereich, nicht also um Umwelt-, Natur- oder Tierschützer.

Eine Liste gibt es für drei Mark (in Briefmarken) beim
DZI
Bernadottestraße 94
14195 Berlin
oder unter
www.dzi.de

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