Falsch­beratung: Schaden­ersatz einklagen

Manchmal beschleicht Anleger das Gefühl, mit ihrer Geld­anlage herein­gefallen zu sein. Dann sollten sie mithilfe eines Juristen klären, ob eine Schaden­ersatz­klage sinn­voll ist. Rechts­rat erteilen Verbraucherzentralen für 25 bis 60 Euro. Eine Erst­beratung bei einem Rechts­anwalt kostet höchs­tens 250 Euro.

Beratung. Anleger, die falsch beraten wurden, sollten sich wehren. Dazu müssen sie die fehler­hafte Aufklärung durch Aufzeichnungen des Beraters oder durch einen Zeugen beweisen können.

Prospekt. Gute Chancen vor Gericht haben Anleger, wenn der Prospekt zu einer Geld­anlage Fehler aufweist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn er Verlustrisiken verharmlost oder Angaben über Provisionen und Gebühren im Prospekt fehlen oder falsch sind.

Provisionen. Mitarbeiter von Banken müssen ihre Kunden bei der Anla­geberatung über jede Provision informieren, die für ein Finanz­produkt anfällt. Der Kunde muss wissen, was die Bank bekommt, wenn er ihrer Empfehlung folgt. Mitt­lerweile gilt das auch für freie Vermittler. Sie müssen seit 1. Januar 2013 ebenfalls alle Provisionen offenlegen, die im Zusammen­hang mit einer Finanz­anlage anfallen.

Verjährung. Nur drei Jahre haben Anleger Zeit, die beim Kauf von Wert­papieren falsch beraten wurden. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem der Anleger das Papier gekauft hat. Deutlich mehr Zeit bleibt Anlegern, die mit Beteiligungen an Unternehmen herein­gelegt wurden. Die dreijäh­rige Verjährungs­frist beginnt hier erst, wenn der Anleger den Fehler in der Beratung bemerkt hat (Bundes­gerichts­hof, Az. XI ZR 44/06).

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