Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn Meldung

Die vielen Zugverspätungen im Dezember zeigen: Das deutsche Schienennetz muss dringend saniert werden.

Geheimnis gelüftet. Die Bahn hält Statistiken zu Zugverspätungen geheim – offenbar sogar gegenüber dem Verkehrsminister. In dessen Winterbericht heißt es, die Pünktlichkeit im Fernverkehr sei im Dezember „tageweise unter 70 Prozent“ gesunken. In unserer Untersuchung lag sie an allen Dezembertagen unter dieser Marke. Im Durchschnitt waren nur 32 Prozent der Fernzüge pünktlich.

An 20 Bahnhöfen getestet. Wir haben für große Bahnhöfe fast 60 000 Ankunftszeiten von Fernverkehrszügen ausgewertet. Relativ oft stellten wir Verspätungen fest in Berlin, Magdeburg, Dresden, Leipzig und Kassel-Wilhelmshöhe. Die wenigsten Probleme gab es in Stralsund im Norden und in Freiburg, wo häufig pünktlichere Züge aus der Schweiz eintrafen.

ICE-Züge verspätet. Oft waren ICE-Züge unpünktlich. Sie durften zeitweise nur mit geminderter  Höchstgeschwindigkeit fahren, um Fahrzeugschäden vorzubeugen. Außerdem legen sie relativ lange Strecken zurück, sodass sich Verzögerungen an Engpässen summieren können. Folge: An den Testbahnhöfen hatte jeder vierte ICE eine Verspätung von mehr als 30 Minuten oder fiel ganz aus.

Geld investieren. Als Gründe für Zugverspätungen nennt die Bahn neben der Witterung häufig „Störung am Triebfahrzeug“, „Signalstörung“, „Weichenstörung“oder „Verzögerungen im Betriebsablauf“. Das aber zeigt: Die Bahn muss dringend Geld investieren, um die Züge und das Streckennetz zu modernisieren.

Besser informiert. In einem Punkt verdienen die Bahner Lob. Die elektronische Auskunft unter www.bahn.de, die sich auch per Smartphone nutzen lässt, informiert besser denn je, wie pünktlich ein Zug fährt.

Tipp: Die Deutsche Bahn bietet ihren Kunden bei längeren Verspätungen verschiedene Hilfen und Entschädigungen an. In unserer Online-Meldung „Unpünktlichkeit bei der Bahn“ haben wir hilfreiche Infos zusammengestellt.

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