Tipps

  • Besser ohne Umsteigen: Wählen Sie möglichst Direktverbindungen. In der Onlinesuche können Sie unter "Erweiterte Verkehrsmittelwahl" nach Direktverbindungen filtern. Im Falle einer Verspätung bleibt Ihnen so zumindest der Ärger über verpasste Anschlusszüge erspart.
  • Mehr Zeit: Die DB-Reiseauskunft bietet die Möglichkeit, nur Verbindungen mit extra langer Umsteigezeit zu suchen (zum Beispiel „mindestens 15 Minuten“). Interessant ist dies nicht nur für Gehbehinderte, sondern für alle, die einen wichtigen Anschlusszug unbedingt erreichen müssen. Zum Beispiel den Nachtzug mit den reservierten Betten.
  • Zugbegleiter ansprechen: Wenn Sie in einem verspäteten Zug sitzen und die Umsteigezeit knapp zu werden droht: Bitten Sie den Zugbegleiter, per Handy die Zentrale zu informieren, damit Ihr Anschlusszug wartet.
  • Verpatzter Anschluss: Ist der Anschlusszug ohne Sie abgefahren, melden Sie sich beim Bahnhofspersonal. Die Mitarbeiter am „Servicepoint“ informieren nicht nur, sondern können zum Beispiel auch die zuschlagfreie Fahrt in einem folgenden ICE ermöglichen.
  • Reservierung futsch: Wenn der Anschlusszug mit Ihren reservierten Plätzen weg ist, haben Sie Anspruch auf Erstattung des Reservierungsentgelts. Wenn Sie im Ersatzzug stehen müssen, bitten Sie den Zugbegleiter um Rat. In seinem Ermessen liegt es, in solchen Fällen den kostenlosen Übergang in die erste Klasse zu gestatten. Vor allem an Wochenenden gibt es dort oft freie Plätze.
  • Zugbindung: Ab 20 Minuten Verspätung entfällt die Zugbindung. Reisende dürfen dann auch einen höherwertigen Zug benutzen - allerdings keinen ICE-Sprinter oder Sonderzug. Lassen Sie sich die Verspätung möglichst am „Servicepoint“ oder vom Zugbegleiter bestätigen.
  • Gestrandet: Wenn spätabends der letzte Anschlusszug ohne Sie abgefahren ist, können „Servicepoint“ oder „3-S-Zentrale“ helfen. Liegt die fahrplanmäßige Ankunft zwischen 24 und 5 Uhr dürfen Zugfahrer aufs Taxi umsteigen, wenn es keine preisgünstigere Möglichkeit mehr gibt, ans Ziel zu kommen. Die Bahn zahlt bis zu 80 Euro. Wer wegen 60 oder mehr Minuten Verspätung nicht starten kann oder keinen Anschluss mehr bekommt und so über Nacht auf der Strecke bleibt, hat Anspruch auf kostenlose Unterbringung im Hotel.
  • Gutschein: Mehr als eine Stunde verspätet ans Ziel gelangt? Dann haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung – entweder in Form eines Gutscheins oder per Überweisung auf Ihr Konto. Ab 60 Minuten Verzögerung zahlt die Bahn 25 Prozent und ab 120 Minuten 50 Prozent des Fahrpreises. Für Inhaber von Zeitfahrkarten wie der Bahncard 100 gelten besondere Regeln. Anträge auf Entschädigung halten die Zugbegleiter und Mitarbeiter auf den Bahnhöfen bereit. Im Internet gibt es auch das interaktive Online-Formular. Zuständig für Entschädigungsanträge, die nicht gleich vor Ort abgegeben werden, ist Deutsche Bahn AG, Servicecenter Fahrgastrechte in 60647 Frankfurt am Main. Telefon 01805-20 21 78 (14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz).
  • Beschweren: Resignieren Sie nicht, wenn Sie sich ungerecht behandelt fühlen. Wenn Bahnunternehmen Ihnen eine Entschädigung verweigern, können Sie sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e. V. (söp) wenden: Fasanenstraße 81 in 10623 Berlin. Auch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hilft kostenlos weiter, wenn es darum geht, Bahnkunden zu ihrem Recht zu verhelfen.

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