Wegen Verletzung seiner Beratungspflichten hat das Landgericht Bamberg einen Vermittler verurteilt, einem Anleger einen Großteil seines Schadens in Höhe von 78 000 Mark zu ersetzen. Der Berater hatte dem Kläger riskante Anleihen der inzwischen insolventen Unia Holding AG als „todsichere Sache“ verkauft (Az. 2 O 193/00).

Vermittler und Anleger haben Berufung gegen das Urteil eingelegt. Der Vermittler beruft sich darauf, dass er dem Anleger die Rückzahlung seiner eingezahlten 100 000 Mark abzüglich einer Gebühr von 4  000 Mark angeboten habe, nachdem diesem Bedenken gekommen seien. Der Anleger habe dieses Angebot jedoch nicht angenommen.

Auch der Anleger will sich gegen das Urteil wehren. Wegen „Blauäugigkeit“ sei ihm ein Mitverschulden in Höhe von 25 Prozent zugesprochen worden, erklärte der Frankfurter Rechtsanwalt Markus Wiche. Wer sich, große Gewinne vor Augen, in ein finanzielles Abenteuer stürze, hätte die Prospekte überprüfen und durchsehen müssen, meinten die Richter. Dort sei auf Risiken hingewiesen worden.

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