Unfall­versicherung für Senioren Test

Bricht sich ein Mensch nach einem Sturz einen Fuß, braucht er im Alltag Hilfe von anderen. Solange er in der Klinik liegt, ist das kein Problem. Das Personal hilft. Doch nach der Entlassung sind vor allem ältere Menschen auf Unterstüt­zung angewiesen – etwa von Dienst­leistern wie Sozialstationen. Eine Senioren-Unfall­versicherung kann dann eine entscheidende Hilfe sein. Finanztest hat im Test fünf empfehlens­werte Angebote gefunden. Sie kosten zum Teil weniger als 100 Euro im Jahr.

Was empfehlens­werte Police leisten

Finanztest hat die Angebote der Versicherer für Modell­kunden im Alter von 65 und 75 Jahren geprüft und dafür einen Mindest­umfang der Leistungen fest­gelegt: Empfehlens­wert kann danach nur sein, wer Hilfe­leistungen wie Menü- und Begleit­service, Reinigung der Wohnung und der Wäsche und den Einkauf sicher­stellt und zudem Pflege­leistungen und einen 24-Stunden-Notruf anbietet. Auch die Beratung zur gesetzlichen Pflege­versicherung und zu anderen Hilfen zählt zu den wünschens­werten Leistungen.

Schutz für unter 100 Euro im Jahr

Der Test zeigt: Empfehlens­werter Schutz ist schon für unter 100 Euro im Jahr zu haben. Schließt beispiels­weise ein 65-jähriger Kunde den Tarif Exklusiv-Aktiv bei der Signal Iduna für 78 Euro im Jahr ab, bekommt er Leistungen im Wert von bis zu 12 500 Euro. Der Vergleich der Angebote im Test lohnt sich – denn je nach Alter des Versicherten können auch Tarife anderer Versicherer besser sein.

Die Hilfe kommt schnell

Die Versicherer arbeiten mit Hilfs­diensten wie den Maltesern oder den Johannitern zusammen. Diese wiederum beauftragen andere Dienst­leister – von Pflege­diensten über Putz- und Gartenfirmen bis hin zu Hundepensionen. Die Dienst­leister erledigen die Arbeit und werden nach festen Qualitäts­kriterien ausgesucht. Für den Versicherten ist der Ablauf immer ähnlich – egal wo er versichert ist: Er ruft im Bedarfs­fall beim Versicherer an und der organisiert dann neben den benötigten Hilfs­diensten auch das Menü für das nächste Mittag­essen. Die Hilfe muss den Kunden möglichst schnell erreichen. Die Organisation aller Dienste ­geschieht in der Regel noch am selben Tag.

Hoch­betagte nicht immer versichert

Unfall­versicherungen mit solchen Assistance-Leistungen richten sich zwar vor allem an ältere Versicherungs­nehmer. Dennoch gibt es viele Tarife, bei denen das Alter zum Hindernis wird. Einige Versicherungs­gesell­schaften wie Alte Leipziger, Swiss Life, VHV, Volks­wohl Bund und WWK setzten ein sehr nied­riges Höchst­eintritts­alter fest. Damit werden Kunden mit einem Alter von mehr als 75 Jahren gar nicht erst angenommen. Doch allein schon wegen der steigenden Lebens­erwar­tung wird es in Zukunft immer mehr Kunden über 75 Jahre geben, die allein zu Hause wohnen.

Einige Versicherer beenden Schutz für Alte

Andere Versicherer haben ihre Produkte nicht speziell für ältere Kunden entwickelt. Sie verhindern aber durch ein sogenanntes Höchst­versicherungs­alter, dass Menschen über 85 Jahre bei ihnen ­versichert bleiben können. Diese Anbieter kündigen dann zum Ende des ­Versicherungs­jahres, in dem der Versicherte die jeweilige Alters­grenze erreicht. Solche Angebote sind für Senioren weniger empfehlens­wert. Viele Angebote empfiehlt Finanztest zudem nicht, weil sie die volle Hilfe nicht über den Zeitraum von mindestens sechs Monaten bieten. Das Kriterium ist wichtig, denn die gesetzliche Kranken- und Pflege­versicherung hat bei solchen vorrübergehenden Problemen Lücken. Es kann sein, dass die Einstufung des Betroffenen in eine Pfle­gestufe dauert und damit die Hilfe der gesetzlichen Pflege­versicherung erst nach einem halben Jahr einsetzt.

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