Unfall­versicherung für Senioren

Nach einem Unfall: Im Zweifels­fall schnell einen Antrag bei der Pflegekasse stellen

Unfall­versicherung für Senioren Alle Testergebnisse für Assistance-Leis­tungen für Senioren 02/2019

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Inhalt

Ob Senioren nach einem Unfall wieder selbst­ständig leben können, ist oft nicht sofort klar. Assistance-Leistungen sind in der Regel auf einen Zeitraum von sechs Monaten begrenzt. Wer dauer­haft Pflege brauchen könnte, sollte möglichst schnell einen Antrag bei seiner Pflegekasse stellen.

Antrag. Pflegebedürftige oder ihre Angehörigen stellen den Antrag bei den Pflegekassen, die den Krankenkassen angegliedert sind. Privatversicherte wenden sich an ihre private Pflege­versicherung. Den Antrag kann jeder formlos stellen – telefo­nisch, per Brief, E-Mail oder Fax. Sinn­voll ist es, einen Nach­weis über den Tag der Antrag­stellung aufzubewahren, da Pflegekassen rück­wirkend ab dem Monat der Antrag­stellung zahlen. Danach muss ein Versicherter ein offizielles Antrags­formular ausfüllen und persönliche Daten angeben, aber auch die Ursache der Pflegebedürftig­keit und welche Leistungen er in Zukunft erhalten will. Das Formular muss er eigenhändig unter­schreiben.

Prüfung. Ist der Antrag bei der Pflegekasse einge­gangen, prüft sie in der Regel inner­halb weniger Tage, ob die Voraus­setzungen für die Einstufung in einen Pfle­gegrad gegeben sind: Der Pflegebedürftige muss in den vergangenen zehn Jahren mindestens zwei Jahre in die Pflege­versicherung einge­zahlt haben oder familien­versichert gewesen und für voraus­sicht­lich mehr als sechs Monate auf Hilfe angewiesen sein. Anschließend meldet sich beim gesetzlich Versicherten ein Gutachter des Medizi­nischen Dienstes der Krankenkasse (MDK), bei Privatversicherten über­nimmt ein Gutachter der Firma Medicproof die Aufgabe. Bei einem Haus­besuch prüfen die Experten, ob der Antrag­steller pflegebedürftig ist. Sie befragen ihn und beob­achten, wie er in seinem Umfeld zurecht­kommt.

Pflege­gut­achten. Die Entscheidung über den Pfle­gegrad treffen die Pflegekassen. Die Gutachter verfassen dafür ein Pflege­gut­achten und schlagen einen Pfle­gegrad vor. Im Gutachten empfehlen sie auch Hilfs­mittel und Präventions- und Rehabilitationsmaß- nahmen. Zwischen Antrag­stellung und Einstufung dürfen maximal 25 Arbeits­tage vergehen, in akuten Fällen – zum Beispiel wenn jemand im Kranken­haus liegt – nur zwei Wochen.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 06.09.2019 um 16:30 Uhr
Unfall-Rente

@Willebra: In der Regel benötigen verunfallte Senioren keine zusätzlichen finanziellen Mittel in Form einer Unfallrente oder eines Tagegeldes. Sinnvoller sind die im Artikel dargestellten Assistance-Leistungen, die den Versicherten in der Zeit des Krankenhausaufenthalts und in der Zeit bis zur Genesung unterstützen. Wir haben in der Tabelle die Policen gekennzeichnet, die als Zusatz zu privaten Unfallversicherungen angeboten werden. Die Kombination aus Seniorenunfallpolice und privater Unfallversicherung kann sinnvoll sein, wenn bei unfallbedingter Invalidität z.B. ein Umbau im Haus notwendig wird . Dies kann man dann mit der Kapitalleistung, die zur Auszahlung kommt bewerkstelligen. (TK)

Willebra am 28.07.2019 um 19:05 Uhr
Unfall-Rente

Guten Tag.
Ist eine Unfall-Rente für Rentner sinnvoll?
Ist Krankenhaustagegeld für Rentner sinnvoll?
Gruß KH Willebrand

Tara am 02.04.2019 um 12:25 Uhr
Nachtrag Kommentar 28.01., 25.02

Langes Antragsformular komplett ausgefüllt bei der WGV. Heute kommt mit der Post erneut ein Fragebogen, indem man meinen Krankheitsverlauf von Kindesbeinen ( habe extra angerufen um zu fragen, ob mein Armbruch mit 6 auch notiert werden muss.....) an haben will.
Ich bin seit 30 Jahren privat krankenversichert, in den Arztbriefen der letzen 30 Jahre standen Diagnosen ohne Ende.
Ich habe in meinem Leben auch schon einiges an Medikamenten genommen. Ein korrektes Ausfüllen des Fragebogen würde bedeuten, mich durch 30 Jahre private Abrechnungen zu wühlen, von den 31 Jahren vorher, für die ich keinerlei Unterlagen habe mal ganz abgesehen. Dazu sollen Ärzte benannt werden, die für die vorhandenen Diagnosen am ehesten eine Aussage machen können.
Ich nehme seit Jahren keinerlei Medikamente ein, gehe 5 mal die Woche zum Sport und werde meine Assistance Leistungen lieber selbst finanzieren, sollte ich sie jemals benötigen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.03.2019 um 15:38 Uhr
Assistence-Tarife ohne Unfallleistungen

@cheesy2406: Von den 57 Tarifen, die wir hier getestet haben, erhalten 12 Tarife ausschließlich Hilfsleistungen und keine weiteren finanziellen Leistungen. Diese sind mit der Fußnote 4 gekennzeichnet. Die anderen 45 Tarife gibt es nur in Kombination mit einer Unfallversicherung, die neben Hilfsleistungen auch finanzielle Leistungen bei unfallbedingter Invalidität bietet wie eine Kapitalleistung oder eine monatliche Rente. Um einen günstigen Tarif zu finden, können Sie sich auch Angebote mit Unfallleistungen kommen lassen. Doch dann sollten Sie den Vermittler bitten, die Unfallleistungen so weit wie möglich herunterzusetzten. Damit kommen Sie auf die in unserer Tabelle dargestellten Preise. Die Vermittler verkaufen oft standardmäßig Tarife mit (weitaus) höheren Unfallleistungen und damit kostet das Gesamtpaket entsprechend mehr.
Für den Test hatten wir lediglich abgefragt, ob ein Abschluss mit 75 noch möglich ist. Welche Tarife noch im Alter von 80 zu haben sind, haben wir nicht erhoben. (maa)

cheesy2406 am 05.03.2019 um 15:16 Uhr
wgv optimal Tarif, Höchsteintrittsalter

Ein Mitarbeiter der wgv hat mir so eben gesagt, dass der Tarif, wgv optimal, nicht für 80-jährige angeboten wird.