Die Rechte von Unfallverletzten hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit einem Urteil zur privaten Unfallversicherung gestärkt. Ein Versicherter, dessen Fußgelenk nach einem Unfall steif wurde, hat Anspruch auf die Summe, die für den Verlust des Fußes gezahlt würde (Az. IV ZR 32/00).

Bei dem Unfallopfer waren das obere und das untere Sprunggelenk des rechten Fußes nach einem komplizierten Bruch versteift. Infolgedessen verminderte sich außerdem die Muskulatur des gesamten rechten Beins.

Die Versicherungsgesellschaft war der Ansicht, die Funktionsfähigkeit des Beins sei dadurch nur teilweise eingeschränkt. Dafür gibt es deutlich weniger Geld von der Versicherung als für den Komplettverlust eines Fußes.

Dagegen argumentierten die obersten Zivilrichter: Wenn das Fußgelenk nicht mehr beweglich ist, kommt das einer vollständigen Funktionsunfähigkeit des Fußes gleich ­ auch wenn jemand zum Beispiel noch mit den Zehen wackeln kann. Die Gesellschaft wurde dazu verurteilt, eine Invaliditätsentschädigung von 225.000 Mark zu zahlen ­ 96.000 Mark mehr, als sie ursprünglich herausrücken wollte.

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