Unfall­versicherung Meldung

Aufgabe für Schüler: ein Video­dreh als Projekt­arbeit.

Die Aufgabe lautete: „Dreht ein Video zum Thema Musik und Werbung.“ Die Schüler entschieden sich für Dreh­arbeiten außer­halb des Schulgeländes. Ein Schüler wurde dabei angerempelt, stürzte unglück­lich auf den Kopf und ist seitdem auf den Roll­stuhl angewiesen. Die gesetzliche Unfall­versicherung weigerte sich, für Kosten und Folge­kosten aufzukommen, weil sich der Unfall im privaten Bereich des Schülers ereignete. Der Streit ging vor Gericht.

Sozialge­richt nimmt gesetzliche Unfall­versicherung in die Pflicht

Das Landes­sozialge­richt Baden-Württem­berg gab dem Geschädigten recht: Projekt­arbeiten außer­halb der Schule gehören mitt­lerweile zu einem modernen Unter­richt. Außerdem durften die Schüler entscheiden, wie sie die Aufgabe erledigen (Az. L 6 U 4904/14, nicht rechts­kräftig). Wegen der grund­legenden Bedeutung ist Revision zum Bundes­sozialge­richt zugelassen.

Wofür die Unfall­kasse zahlt

Generell gilt der Schutz der gesetzlichen Unfall­versicherung für Schüler in der Schule und auf den direkten Wegen von und zur Schule. Schutz besteht auch bei Schul­festen, Klassen­ausflügen oder -reisen, sofern sie im Verantwortungs­bereich der Schule liegen. Nicht versichert sind Tätig­keiten ohne Mitwirkung der Schule wie das Erledigen von Haus­aufgaben oder private Nach­hilfe.

Tipp: Worin sich private und gesetzliche Unfall­versicherung unterscheiden, und was Sie tun können, wenn die Unfall­kasse nicht zahlt, erfahren Sie auf unserer Themenseite Unfallversicherung.

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