Die Berufsgenossenschaft muss der Witwe eines während der Arbeit ums Leben gekommenen Versicherten auch dann eine Rente zahlen, wenn der Verdacht auf Selbstmord besteht. Verunglückt ein Arbeitnehmer unter ungeklärten Umständen an seinem Arbeitsplatz, verliert er seinen Versicherungsschutz nur dann, wenn er seine Arbeit für eine private Tätigkeit unterbrochen oder beendet hatte. Den Beweis dafür müsse die Berufsgenossenschaft erbringen, urteilte das Bundessozialgericht (Az. B 2 U 28/06 R). Im konkreten Fall war ein Monteur während der Arbeit von einem 40 Meter hohen Kran in den Tod gestürzt. Die genauen Umstände des Todessturzes blieben ungeklärt, da der Monteur zum Zeitpunkt des Unglücks allein war. Wenige Wochen zuvor hatte er sich wegen Selbstmordgefahr psychiatrisch behandeln lassen. Dies allein sei jedoch kein Beweis für einen Selbstmord, so das Gericht. Die Berufsgenossenschaft müsse eine Hinterbliebenenrente zahlen.

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