Unfallversicherung Meldung

Stürzt ein Motorradfahrer so schwer, dass er bleibende Schäden davonträgt, muss sein Unfallversicherer zahlen. Aber nur, wenn der Verunglückte die Fristen einhält.

Ein Motorradfahrer, der nach einem Unfall die Meldefrist beim Versicherer versäumte, bekommt nun Geld von seinem Makler.

Entschädigung. Versicherungsmakler müssen zahlen, wenn sie einen Versicherten im Schadensfall beraten und dabei nicht auf Ausschlussfristen hinweisen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az. III ZR 21/09).

Unfall. Ein Motorradfahrer verunglückte im Sommer 2002 in der Schweiz schwer. Die Verletzungen des Maurermeisters führten zu einer dauerhaften Beeinträchtigung. Dafür standen ihm aus seiner Unfallversicherung mit Invaliditätsschutz rund 25 000 Euro zu. Noch als der Biker im Krankenhaus lag, füllte sein Versicherungsmakler die Schadensanzeige aus und ließ sie vom Verletzten unterschrei­ben. Die Gesellschaft mahnte weitere Unterlagen und eine Erklärung der Ärzte zur Invalidität des Verunglückten an. Doch der Motorradfahrer ließ die Nachfragen unbeantwortet liegen.

Frist. Erst nach über zwei Jahren hakte der Makler bei der Versicherungsgesellschaft nach. Die lehnte die Zahlung ab, da die in den Versiche­rungs­be­din­gungen festgelegte Frist bereits verstrichen war. Danach muss die Invalidität eines Verletzten ein Jahr nach dem Unfall eingetreten und nach weiteren drei Monaten ärztlich festgestellt und beim Versicherer geltend gemacht sein.

Urteil. Der Maurermeister verklagte daraufhin seinen Versicherungsmakler, ihm die Invaliditätsleistung zu zahlen. Der Bundesgerichtshof sprach ihm die Hälfte der Summe zu. Denn der Makler hätte den Handwerker auf die Ausschlussfrist hinweisen müssen, stellten die Richter klar. Doch auch der Verletzte trägt eine Mitschuld, weil er dem Makler viel zu spät mitteilte, dass er noch kein Geld erhalten hatte.

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