Geht bei einem Arbeitsunfall die Brille eines Arbeitnehmers zu Bruch, dann muss die Berufsgenossenschaft als gesetzlicher Unfallversicherungsträger den Schaden ersetzen. Sie darf sich bei der Kostenerstattung für die Brillengläser nicht auf die Festbeträge der gesetzlichen Krankenkassen beschränken, wenn der Verunglückte vorher bessere Gläser hatte.

Die Berufsgenossenschaft muss das neue Brillengestell und die Gläser bis zu der Höhe bezahlen, die einer medizinisch sinnvollen Ausstattung entspricht, urteilte das Bundessozialgericht (Az. B 2 U 9/00). Dazu könnten durchaus Gleitsichtgläser oder getönte Gläser gehören, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden.

Für teuren Schnickschnack, der allein der Verzierung dient, muss die Berufsgenossenschaft allerdings nicht aufkommen. Es gehe darum, den tatsächlichen Schaden zu ersetzen, nicht um eine "Luxusausstattung".

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