Muss jemand dauer­haft den Blut­verdünner Marcumar einnehmen, können Blut­ergüsse nach einem Sturz Komplikationen nach sich ziehen. Ein privater Unfall­versicherer darf einem Kunden nicht deswegen die Leistung kürzen, so das Ober­landes­gericht Köln (Az. 20 U 57/18).

Ein Mann stürzte auf der Treppe und zog sich einen so großen Blut­erguss zu, dass er im Kranken­haus operiert werden musste. Als er dafür vorüber­gehend sein Marcumar absetzte, erlitt er einen Schlag­anfall und musste wegen Blut­gerinnsel erneut operiert werden. Sein Unfall­versicherer wollte darauf­hin sein Kranken­haus­tagegeld und Genesungs­geld kürzen. Begründung: Das Medikament sei für die Komplikation verantwort­lich. Die Einnahme sei aber keine Krankheit, sondern eine Therapie, so das Gericht (zum Test privater Unfallversicherungen).

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