Unfallversicherung Test

Unfallversicherungen sind vor allem für Versicherungsunternehmen gut. Zahlreiche Jahresberichte dokumentieren: Mit den Policen zur Absicherung bei bleibenden Unfallschäden verdienen die Unternehmen viel Geld. Dennoch: Auch für Versicherte macht eine Unfallpolice oft Sinn. Voraussetzung: Sie hat faire Bedingungen und bringt im Falle eines Falles genug Geld, um bleibende Folgen eines Unfalls finanziell abzufangen. Finanztest hat die schwer durchschaubaren Angebote geprüft. Ergebnis: Nur elf von insgesamt mehr als 500 untersuchten Policen sind „sehr gut“.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Unfallversicherung

Policen schwer durchschaubar

Der Vergleich ist höchst kompliziert. Die meisten Versicherungsunternehmen haben schon im eigenen Unternehmen eine ganze Reihe verschiedener Unfallpolicen im Angebot. Die Versicherungssumme allein sagt nicht viel aus. Finanztest hat daher umfangreiche Berechnungen angestellt und für jede Police ermittelt, wie hoch die Entschädigung bei verschieden schwerer Invalidität ausfällt. Da Unfälle mit weniger schwerwiegenden Fällen häufiger sind, hatten sie bei der Ermittlung des Preis-Leistungs-Verhältnisses ein höheres Gewicht als die Entschädigung bei hoher und vollständiger Invalidität.

Progression von Vorteil

Das günstigste Preis-Leistungs-Verhältnis ermittelte Finanztest bei Angeboten, bei denen bei 100-prozentiger Invalidität das je nach Tarif drei- bis fünffache der Versicherungssumme fällig ist. Bei geringerer Invalidität bis etwa 25 Prozent gibts bei diesen so genannten Progressions-Tarifen auch nur den der Invalidität entsprechenden Teil der Versicherungssumme. Unsinnig und ungünstig: Angebote mit Beitragsrückgewähr. Sie sind Mogelpackungen. Nur ein Teil des Geldes dient der Absicherung des Risikos. Den anderen Teil des Geldes legt der Versicherer an, um die Beitragsrückgewähr später zu finanzieren.

Extras mit zweifelhaftem Wert

Wichtig ist bei Unfallversicherungen allein die Entschädigungssumme bei Invalidität. Leistungen wie Kranken(haus)tagegeld, Kurkostenbeihilfe, Genesungs- und Schmerzensgeld mögen im Einzelfall auch wichtig sein. Aber: Wer als Selbstständiger etwa auf Tagegeld angewiesen ist, wenn er nicht arbeiten kann, braucht dieses Tagegeld nicht nur nach Unfällen, sondern auch bei Krankheiten. Er sollte daher ohnehin eine gesonderte Tagegeldversicherung abschließen. In der Unfallversicherung ist die Zahlung von Tagegeld daher verzichtbar. Bei der Finanztest-Bewertung blieben Extraleistungen jenseits der Entschädigung bei Invalidität außen vor. Ausnahme: eine kleine Todesfallleistung. Details dazu in FINANZtest 6/2005 oder online komplett und interaktiv.

Vorsicht bei Vertragsschluss

Im Einzelfall kann auch eine von Finanztest gut bewertete Police falsch sein. Beispiele: Bei der VHV ist die Entschädigung bei bestimmten Sportunfällen ausgeschlossen. Die Cosmos kassiert 20 Prozent Risikozuschlag von Motorradfahrern, Bergsteigern, Tauchern und Reitern. Ähnlich die Ostangler-Versicherung: Sie kürzt bei Motorrad-, Moped- oder Rollerunfällen die Leistung um 20 Prozent. Berufssportler, Rennfahrer, Piloten, Stewardessen und Sprengmeister bleiben bei den meisten Versicherungen ohne Unfallschutz. Doch bei manchen Gesellschaften gibts auch für Berufe wie Gerüstbauer, Tierpfleger oder Dachdecker keinen Schutz.

Frauen im Vorteil

Frauen sind beim Abschluss von Unfallversicherungen fast bei allen Anbietern im Vorteil. Anders als Männer gehören sie meist unabhängig vom Beruf zur niedrigen Gefahrengruppe. Bei Männern unterscheiden die Unternehmen: Kaufmännische Angestellte im Innendienst gehören zur niedrigen Gefahrengruppe. Kraftfahrer oder Handwerker müssen wegen des höheren Unfallrisikos einen Aufschlag zahlen. Je nach Tarif kann sich der Beitrag dadurch mehr als verdoppeln.

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