Arbeitnehmer, die auf dem Arbeitsweg verunglücken, sind gesetzlich unfallversichert. Bei bleibenden Schäden haben sie Anspruch auf Verletztenrente. Welche Umwege und Unterbrechungen auf solchen Fahrten erlaubt sind, sollen weiter die Gerichte im Einzelfall beurteilen. Das folgt aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG, Az. B 2 U 34/00 R).

Ein Arbeitnehmer hatte statt des mit 51 Kilometern kürzesten Wegs einen 22 Kilometer längeren genommen und verunglückte dabei. Das Landessozialgericht Stuttgart hatte der Klage bereits stattgegeben. Trotzdem muss es nun noch mal unter Beachtung der Grundsätze des BSG neu entscheiden: Danach sind kleine Abweichungen vom direkten Arbeitsweg meist unerheblich. Je nach Verkehrslage können sogar längere Umwege sinnvoll und damit versichert sein. Auch Fahrten von woanders als dem Wohnort gelten oft als Arbeitsweg. Das gilt auch für Fahrten nach der Arbeit, etwa in die Stammkneipe. Dann muss der Verunglückte aber noch stichhaltig belegen, dass er dort länger als zwei Stunden bleiben wollte.

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