Unfallversicherung Test

Na dann, Hals- und Beinbruch! Meint es das Schicksal nicht gut, geht dieser lapidare Wunsch im wahrsten Wortsinn in Erfüllung. An den Folgen schwerer Unfälle müssen manche ein Leben lang tragen. Hat der Verunglückte eine Unfallversicherung, greift sie ihm bei bleibenden Gesundheitsschäden finanziell unter die Arme. Bei der Auswahl einer Police muss sich der Verbraucher durch ein unüberwindliches Dickicht von Angeboten kämpfen. Finanztest hat Schneisen in den Dschungel von knapp 4 000 Angeboten geschlagen und dabei nach Männern, Frauen, Kindern und Personen mit gefährlichen Berufen sortiert. Sehr guten und preiswerten Schutz gibt es schon für 100 Euro Jahresbeitrag.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Unfallversicherung

Sehr guter Unfallschutz für 100 Euro

Einer der Testsieger, die NV, verkauft der Frau und dem Mann mit einem ungefährlichen Beruf schon für 100 Euro im Jahr eine Unfallschutzpolice (Tarif P350 UnfallMaxx). Frauen kriegen bei der Ammerländer (Tarif P 225 Exklusiv) sogar schon für 92 Euro ein sehr gutes Angebot. Die beste Unfallversicherung bis 70 Euro hat die NV, für jährlich 69 Euro. Der Tarif gilt für Frauen und Männer und hat von Finanztest das Qualitätsurteil „gut“ erhalten. Die meisten Versicherer bieten ihre Tarife Frauen und Männern zum selben Preis an. Männer mit körperlich risikoreicheren Berufen, zum Beispiel Handwerker oder Kraftfahrer, müssen für den Unfallschutz aber mehr zahlen. Alle untersuchten Tarife haben eine Versicherungssumme von 100 000 Euro.

Invalidität: Mit Progression mehr Geld

Wie viel Geld die Unfallversicherung für welchen Grad der Invalidität zahlt, hängt vom Tariftyp ab. Die meisten Tarife haben eine Progression. Das heißt, in den niedrigen Invaliditätsgraden bis 25 steigt die Summe gleichmäßig an, danach geht die Kurve steiler nach oben. Bei Tarifen mit einer Progression von 500 Prozent (P 500) würde der Versicherte bei 100-prozentiger Invalidität, zum Beispiel bei einer Querschnittlähmung, 500 000 Euro erhalten. Bei einer Invalidität von 50 Prozent erhielte er bei unserem „sehr gut“ bewerteten Tarif der Haftpflichtkasse Darmstadt 100 000 Euro. Zwischen 25 und 100 Prozent Invalidität können die Leistungen bei zwei Tarifen mit gleicher Progression unterschiedlich sein. Die Tester haben deshalb Leistungskennzahlen in den Tabellen vergeben. Ein Wert von über 100 ist sehr gut, zwischen 80 und 100 ist er durchschnittlich, darunter eher unterdurchschnittlich.

Nach günstigen Bedingungen schauen

Bei der Auswahl einer Unfallpolice sind großzügige Vertragsbedingungen genauso wichtig wie der Beitrag. Denn auch die höchste Progression nutzt nichts, wenn der Versicherte im Ernstfall seine liebe Not hat, die Leistungen zu erhalten. Ein Blick auf die Gliedertaxe des Versicherers ist unerlässlich. Hier wird die Schwere des Schadens in Prozent Invalidität gemessen, die wiederum die Höhe der gezahlten Summe bestimmt. Verlust oder Funktionsunfähigkeit einer Hand bedeutet laut Musterbedingungen 55 Prozent Invalidität. Beim „sehr gut“ bewerteten Tarif „UnfallMaxx“ der NV sind es jedoch 70 Prozent. Abzüge drohen Verletzten, wenn etwa ein Gelenk oder ein Knochen bereits vor dem Unfall beschädigt war. Ein Versicherer mindert die Zahlungen an das Unfallopfer wegen Vorschäden eher als ein anderer. Unterschiede gibt es auch bei den Meldefristen. Freundlich sind Gesellschaften, die dem Patienten mehr Zeit für die Mitteilung ihrer Invalidität lassen.

Angebotsvielfalt soll verwirren

Die Tester haben diesmal Schwerstarbeit geleistet. Die ausufernde Vielfalt von Policen hat nur bedingt mit besonders individuellen Angeboten zu tun. Der Variantenreichtum macht den Markt für Kunden in erster Linie unüberschaubar. So kombinieren die Unternehmen aus mehreren Bedingungswerken, etlichen Versicherungssummen und Progressionsvarianten eine Unzahl von Tarifen. Dazu bieten sie Extras an, die aber für den Kunden im Vergleich zur ausgezahlten Versicherungssumme weniger relevant sind. Das sind etwa Krankenhaustagegeld oder Service-Hotlines.

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