Unfallschutz bei Betriebssport Meldung

Ein Kartrennen unter Kollegen ist lustig. Nach einem Unfall zahlt die gesetzliche Unfallversicherung aber nicht.

Wer vom Chef zum Kartfahren eingeladen wird, sollte vorsichtig aufs Gaspedal treten. Die gesetzliche Unfallversicherung kommt bei so einer Veranstaltung nicht für die Folgen einer Verletzung auf. Das Hessische Landessozialgericht lehnte die Klage eines DaimlerChrysler-Mitarbeiters ab. Er wollte erreichen, dass sein Kartunfall als Arbeitsunfall im Rahmen des Betriebssports anerkannt wird. Schließlich hatte Daimler-Chrysler die Sportgemeinschaft bezuschusst.

Doch er unterlag. Kartfahren sei kein Betriebssport, da es wenig körperliche Betätigung biete. Zudem belasten Lärm und Abgase sowie eine hohe Unfallgefahr die Gesundheit der Fahrer.

Für das Gericht waren damit wesentliche Kriterien für Betriebssport nicht erfüllt (Az. L 3 U 95/05). Um unter den gesetzlichen Versicherungsschutz zu fallen, muss das Sportvergnügen folgende Eigenschaften­ ­aufweisen:

  • Es muss ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Arbeit und Sport bestehen.
  • Er soll regelmäßig und von der Firma ­organisiert sein.
  • Teilnehmen sollten hauptsächlich im ­Betrieb angestellte Personen.
  • Vor allem muss der Sport zum Ausgleich beruflicher Belastung dienen.
  • Der Sport darf keinen Wettkampfcharakter annehmen oder auf Höchstleistungen ausgerichtet sein.

Nicht geschützt sind daher alle Wettkämpfe oder Turniere, meint das Bundessozialgericht (Az. B 2 U 29/04 R).

Aber es gibt Ausnahmen. So ist Fußball eine anerkannte und beliebte Aktivität für Firmensportgruppen. Der sportliche Aspekt im feierabendlichen Spiel unter Kollegen überwiegt wohl den Konkurrenzgedanken.

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