Unfall­schutz Meldung

Hilft der Bruder eines Bauern, eine Kuh vor dem Ersti­ckungs­tod zu retten und wird dabei selbst verletzt, gilt das als Hilfe im Unglücks­fall. Wie bei einem Arbeits­unfall muss die gesetzliche Unfall­versicherung die Kosten dafür über­nehmen, entschied das Sozialge­richt Frank­furt am Main in einem Urteil (Az. S 23 U 6/11).

Ein Land­wirt war nicht auf seinem Hof, als sich eine seiner Kühe in einer Kette im Stall verhedderte und zu ersti­cken drohte. Seine Frau rief den Bruder des Land­wirts, der sofort kam. Während er versuchte, die Kuh zu befreien, trat ihn eine weitere Kuh und er erlitt einen Unterschenkelbruch. Die Berufs­genossenschaft wollte nicht zahlen, da es sich um eine selbst­verständliche Hilfe­leistung unter Familien­mitgliedern handele. Dann wäre es kein Arbeits­unfall, sondern eine Gefäl­ligkeit, und sie müsste nicht zahlen.

Die Unfall­versicherung über­nimmt die Kosten für den Arzt, die Reha oder eine Rente, wenn ein Mensch durch einen Arbeits­unfall, eine Berufs­krankheit oder bei der Hilfe in einem Unglücks­fall zu Schaden kommt. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräftig. In der zweiten Instanz entscheidet das Hessische Landes­sozialge­richt (Az. L 3 U 10/13).

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