Unfallschaden Meldung

Ein Radfahrer, der regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit fährt und auf dem Weg dorthin unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, hat die gleichen Rechte wie ein Autofahrer: Er bekommt für die Zeit des Nutzungsausfalls eine Entschädigung.

Fahrrad in Reparatur

Im konkreten Fall war das Fahrrad des Unfallopfers durch einen Verkehrsunfall schwer beschädigt worden. 35 Tage dauerte es, bis alle Ersatzteile geliefert und das Rad wieder nutzbar war. Der Fahrradfahrer selbst war nach dem Unfall aber in der Lage Rad zu fahren. Er forderte deshalb vom Unfallverursacher eine Entschädigung für die Zeit, in der er ohne sein Fahrrad auskommen musste.

200 Euro für 35 Tage

Das Landgericht Lübeck bestätige das Unfallopfer in seinen Forderungen und verurteilte den Unfallverursacher, neben der Zahlung von Schadensersatz für das Rad, auch zu knapp 200 Euro Nutzungsausfall-Entschädigung. Bei dem beschädigten Rad handele es sich um einen Gegenstand, der für das Unfallopfer ständig verfügbar sein müsse, um seine wirtschaftliche Lebenshaltung abzusichern. Die Höhe der Ausfall-Entschädigung setzte das Gericht fest aufgrund des geschätzten Mietpreises für das betroffene Fahrrad für 35 Tage.

Ursprünglich für Kraftfahrzeuge gedacht

Die Rechtsprechung zur Nutzungsausfall-Entschädigung war für Halter eines Kraftfahrzeugs entwickelt worden, damit Unfallopfer, die auf einen Mietwagen verzichten, nicht schlechter gestellt sind als diejenigen, die einen Ersatzwagen anmieten. Die Richter des Landgerichts Lübeck stellten fest, dass es in diesem Zusammenhang keinen Grund gäbe, einen Radfahrer, der für den Weg zur Arbeit regelmäßig ein Fahrrad nutzt, anders zu behandeln als jemanden, der mit dem Auto zur Arbeit fährt.

Landgericht Lübeck, Urteil vom 08.07.2011
Aktenzeichen: 1 S 16/11

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