Wer unver­schuldet in einen Auto­unfall verwickelt wird, darf auf Kosten des Verursachers einen Gutachter anfordern. Meist bietet dessen Versicherer an, einen eigenen Sach­verständigen zu schi­cken. Lässt sich der Geschädigte darauf ein, darf er nur einen zweiten Gutachter beauftragen, wenn Zweifel am Erst­gut­achten berechtigt sind.

Ein Münchner hatte sich gewundert, weil der Sach­verständige des Versicherers nicht den Unterboden des Autos angesehen hatte. Nach dem Unfall­hergang war dort mit Schäden zu rechnen. Deshalb beauftragte er einen zweiten Experten. Der schätzte die Reparatur­kosten tatsäch­lich 900 Euro höher ein. Da Zweifel am Erst­gut­achten berechtigt waren, muss die Versicherung auch den Zweit­gut­achter bezahlen (Amts­gericht München, Az. 335 C 7525/17). Wichtig: Einen Gutachter wird der Versicherer nur bezahlen, wenn der Schaden über der Bagatell­grenze liegt – je nach Gericht meist 500 bis 1 000 Euro.

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