Ein Unfall im geliehenen Auto kann zum Härtetest unter Freunden werden. Finanztest sagt, was Autobesitzer und Fahrer vor Übergabe des Schlüssels besprechen sollten.

Unangenehm sind solche Situationen auf jeden Fall: Da rammt man mit dem Auto des besten Freundes beim Ausparken den Wagen dahinter. Ein anderer fährt vielleicht bei der Probefahrt vor dem Autokauf in einen an der Ampel wartenden Wagen hinein.

Um den Schutz der Haftpflichtversicherung müssen sich Autobesitzer und Fahrer keine Sorgen machen. Denn wenn das ­Auto zugelassen ist, zahlt der Versicherer des Fahrzeughalters auch für die Schäden, die ein anderer Fahrer mit dem Auto einer dritten Person zufügt.

Doch es bleibt genug Stoff für Streit: Was ist etwa mit den erhöhten Versicherungsbeiträgen, die der Halter künftig zahlen muss, weil er im Schadenfreiheitsrabatt zurückgestuft wird? Das kann leicht einige hundert Euro im Jahr ausmachen.

„Grundsätzlich bleibt der Besitzer des Fahrzeugs auf den Mehrkosten sitzen, die durch die Rückstufung im Schadenfreiheitsrabatt in der Haftpflichtversicherung entstehen“, erklärt Rechtsanwalt Jürgen Gebhardt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein.

Problem der Selbstbeteiligung

Und was ist mit den Schäden am eigenen Wagen? Diese können selbst dann ein Problem sein, wenn der Besitzer eine Vollkaskoversicherung hat. „Häufig schließen die Fahrzeughalter die Verträge mit Selbstbeteiligung ab ­– zum Beispiel 350 Euro“, erklärt Klaus Brandenstein vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Um spätere Auseinandersetzungen zu vermeiden, sollten Halter und Fahrer vielleicht sogar schriftlich vereinbaren, wer dafür aufkommt.“

Hat der Besitzer keine Kaskoversicherung, muss in der Regel der Fahrer für Schäden am Wagen aufkommen.

Einfacher beim Autohändler

Einfacher ist die Lage, wenn ein Kunde den Wagen eines Autohändlers zur Probe fährt. Dann wird fast immer eine stillschweigende Haftungsfreistellung vorausgesetzt. „Gibt der Händler keinen anderen Hinweis, kann der Kunde davon ausgehen, dass der Wagen vollkaskoversichert ist“, ­erklärt Jürgen Gebhardt.

„Der Testfahrer muss dann nur für ­Schäden aufkommen, wenn er grob fahr­lässig ­einen Unfall verursacht hat.“ Grob fahrlässig war er etwa, wenn er alkoholisiert oder mit stark überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist.

Hat der Händler allerdings vor der Fahrt darauf hingewiesen, dass er keine Kaskoversicherung hat, haftet der Kunde bereits bei leichter Fahrlässigkeit für Schäden am Wagen.

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