Wer bislang im Ausland unverschuldet einen Autounfall erlitten hatte, brauchte in der Regel viel Geduld, meist einen Rechtsanwalt und auch noch Sprachkenntnisse des Landes, in dem der Crash passierte. Das soll jetzt vorbei sein. Darauf machen die deutschen Versicherer aufmerksam. Im Januar trat die 4. Kraftfahrthaftpflichtrichtlinie in Kraft. Sie vereinfacht die Schadenabwicklung zwischen Unfallbeteiligten der Europäischen Union. Neu ist:

  • Jeder Versicherer in Europa muss in jedem Mitgliedsland Schadenregulierungsbeauftragte benennen. Im Klartext: Wer in Griechenland Opfer eines Verkehrsunfalls ist, kann sich künftig in Deutschland an den Beauftragten der griechischen Versicherung wenden. Wer das ist, erfährt der Geschädigte von der nationalen Auskunftsstelle, in Deutschland vom Zentralruf der Autoversi­che­rer unter der Nummer 0 180 2/ 50 26.
  • Die Bearbeitungszeit eines Unfallschadens durch den Regulierungsbeauftragten darf nicht länger als drei Monate dauern. Reagiert er in dieser Zeit nicht oder nicht angemessen, kann sich der Geschädigte an die nationale Entschädigungsstelle wenden – in Deutschland ist das der Verein Verkehrsopferhilfe in Hamburg.

Die nationale Entschädigungsstelle ist auch zuständig, wenn der ausländische Versicherer keinen eigenen Schadenregulierungsbeauftragten benannt hat.

Dieser Artikel ist hilfreich. 221 Nutzer finden das hilfreich.