Unfall im Ausland Meldung

Urlaubszeit ist auch Unfallzeit. Die meisten Schadensmeldungen kommen aus Italien, Frankreich und den Niederlanden.

Zentralruf. Die Ferienzeit geht zu Ende. Einige Urlauber bringen zu toskanischem Schinken oder Eiffeltürmen in Miniaturform auch Beulen, Schrammen und Kratzer am Auto mit zurück. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gingen bereits 18 032 Anrufe wegen eines Autounfalls im Ausland beim Zentralruf der Autoversicherer ein (www.zentralruf.de oder Telefon 0 180 2/50 26). Im Jahr 2009 waren es insgesamt 37 386 Anrufe. Die meisten davon aus Italien, Frankreich und den Niederlanden.

Regulierungsbeauftragter. An den Zentralruf wenden sich Autofahrer nach einem Auslandsunfall. Hier erfahren sie, welcher Regulierungsbeauftragte des ausländischen Versicherers zuhause für sie zuständig ist. Jeder europäische Versicherer hat solch einen in jedem EU-Land. Er soll sich um die Abwicklung des Schadens kümmern. Hat er nach drei Monaten nicht oder nicht angemessen reagiert, können Geschädigte sich an die Verkehrsopferhilfe wenden (www.verkehrsopferhilfe.de oder 0 30/20 20 58 58).

Klagen. Wollen die Fahrer innerhalb der EU Ansprüche gegen den Versicherer des Gegners gerichtlich durchsetzen, können sie dies am eigenen Wohnort tun. Allerdings gilt auch dann das Recht des jeweiligen Unfalllandes. Einen Anwalt, der sich damit auskennt, finden Autofahrer mithilfe der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein unter www.verkehrsanwaelte.de.

Unfallbericht. Auslandsunfälle bedeuten besonderen Stress: fremde Sprache, fremdes Recht, eine Flut von Papieren. Auch sind die Schadenersatzleistungen von Land zu Land unterschiedlich. Es ist deshalb umso wichtiger, den Unfall mit Fotos und anhand des Europäischen Unfallberichts genau zu dokumentieren. Den Vordruck gibt es bei allen Autoversicherern.

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